Terror-Übung am Hauptbahnhof: Polizei zieht erstes positives Fazit

  • Terrorübung sollte so realistisch wie möglich sein
  • Einsatzkräfte wurden als Verletzte verkleidet
  • Explosionen und Platzpatronen kamen zum Einsatz
Polizist mit Helm und Gewehr im Anschlag
Rund 1.000 Einsatzkräfte von Polizei, Bundespolizei und Feuerwehr nehmen an der Übung teil. (Symbolbild) Bild: DPA | Felix Hörhager

Die Bremer Einsatzkräfte haben den Ernstfall geprobt: Polizei, Bundespolizei und Feuerwehr trainierten mit einer Übung in der Nacht das Vorgehen gegen Terroristen und das Versorgen von Opfern. Der Test startete um 22 Uhr. Bis 4 Uhr morgens wurden vier verschiedene Szenarien trainiert. Am Freitagmorgen zog die Bremer Polizei ein erstes positives Fazit.

Laut den Beamten gab es bei dem Trainings-Einsatz keine Unfälle oder anderen Zwischenfälle. Die Behörde will den Einsatz in den nächsten Wochen aber noch genauer auswerten, sagte ein Polizeisprecher: "Das werden wir in Ruhe analysieren, um in Zukunft für die Realität gewappnet zu sein." Deutschlandweit habe es bereits zehn Großübungen dieser Art gegeben, unter anderem in Hannover, Berlin und Stuttgart.

Wir haben natürlich keine konkrete Anschlagsgefahr in Bremen. Aber wir wissen alle, wir leben in einer Welt, in der Anschläge nicht weit sind. Wir haben erlebt, was passieren kann, in Brüssel, in Paris, in London. Deswegen muss man sich auf solche Situation vorbereiten.

Ulrich Mäurer im Interview.
Ulrich Mäurer, Bremens Innensenator

Bei der Anschlags-Übung spielten die rund 1.200 Einsatzkräfte einen Terror-Anschlag so realistisch wie möglich durch. Dafür hatte die Polizei Teile des Hauptbahnhofs abgesperrt. Der Bahnverkehr wurde dadurch nicht beeinträchtigt, wenn nötig, wurden Züge auf andere Gleise geleitet.

Scheinbar verletzte Personen, Schreie und simulierte Explosionen

Auch die Haupteingänge des Bahnhofs blieben geöffnet. Die Polizei wies darauf hin, dass rund um die Übung scheinbar verletzte und blutende Personen zu sehen sein können – dabei handelte es sich um geschminkte Einsatzkräfte. Auch Schüsse mit Platzpatronen und simulierte Explosionen waren zu hören, sie sollten die Anschlags-Szenarien realistisch darzustellen.

Solche Übungen dienen der Sicherheit der Bevölkerung. Für uns gibt es viele Fragen, die nur in der Praxis beantwortet werden können. Wie klappt die Zusammenarbeit mit anderen Polizeien? Welche verschiedenen Szenarien gibt es? Wie greift der Einsatzdienst auf die Bereitschaftspolizei über? Was machen wir mit den Verletzten? Wie ist die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr?

Nils Matthiesen
Nils Matthiesen, Sprecher Bremer Polizei

Sichtschutzwände waren aufgebaut. Die Polizei hatte vor der Übung darauf aufmerksam gemacht, dass Schreie von Teilnehmern, simulierte Explosionen und Schüsse mit Platzpatronen zu hören sein werden.

Große Terror-Übung am Bremer Hauptbahnhof

Bremer Hauptbahnhof.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 12. September 2019, 8 Uhr