Exklusiv

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Bremer Polizisten

  • Staatsanwaltschaft Bremen wirft Beamten Körperverletzung im Amt vor
  • Beschuldigter soll Opfer grundlos angegriffen haben
  • Ermittlungen gegen sieben weitere Beamte laufen noch
Ein Polizist mit dem Abzeichen der Polizei Bremen am Arm
Der beschuldigte Polizist muss sich wegen Körperverletzung im Amt vor Gericht verantworten. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Ein Bremer Polizist muss sich wegen Körperverletzung im Amt vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Beamten erhoben, weil er im Dezember 2018 einen Mann grundlos mit Reizgas besprüht haben soll. Dann habe er den Tatort verlassen, ohne sich um den Verletzen zu kümmern. Untergebene Polizeibeamte habe der Polizist danach aufgefordert, den Einsatz des Pfeffersprays gegenüber der Polizeiführung zu verschweigen. Der Beschuldigte muss sich nun wegen Körperverletzung im Amt vor Gericht verantworten.

In einem weiteren Verfahren gegen den Mann wird laut Staatsanwaltschaft noch ermittelt. Der Vorwurf: Verstoß gegen das Waffengesetz. Ermittler hatten den Spind des Beschuldigten auf seiner Dienststelle durchsucht. Dabei fanden sie unter anderem Messer und Schlagringe. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen sieben weitere Beamte einer Dienstgruppe. Sie sollen von dem mutmaßlichen Angriff mit Reizgas gewusst, dies aber nicht zur Anzeige gebracht haben. Sollte sich dieser Verdacht erhärten, wäre dies Strafvereitelung im Amt. Laut Frank Passade, Sprecher der Staatsanwaltschaft Bremen, werden im Moment die Telefone der Beschuldigten ausgewertet.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 5. Mai 2021, 20 Uhr