Mission erfolgreich: Die "Seute Deern" schwimmt wieder

Bergung geglückt: Die "Seute Deern" schwimmt wieder. Gerettet ist auch die Gallionsfigur – das Original hängt nämlich nicht am Bug des Seglers.

Die Seute Deern schwimmt wieder
Die geborgene "Seute Deern" im Bremerhavener Museumshafen. An der Bordwand ist klar die grünliche Schlamm-Linie zu erkennen.

Die Bergung des auf dem Bremerhavener Hafengrund liegenden Traditionsseglers "Seute Deern" war offenbar erfolgreich. Nachdem die Aktion gestern zunächst abgebrochen werden musste, liefen die Pumpen seit Sonntag Mittag wieder. Danach stieg der Dreimaster kontrolliert, langsam und gleichmäßig nach oben. Ein "Hochploppen" aus dem Hafenschlick konnte laut einem Sprecher des Schifffahrtsmuseums verhindert werden. Seit etwa 16 Uhr schwimmt die "Seute Deern" wieder auf der ursprünglichen Wasserlinie.

Ein Mann vor einem Schiff
Lars Kröger, "Seute Deern"-Projektleiter beim Schifffahrtsmuseum. Bild: DPA

Bei den Verantwortlichen ist die Erleichterung groß. Lars Kröger, Projektleiter der "Seute Deern"-Sanierung beim Schifffahrtsmuseum, ist sehr zufrieden: "Die Pumpen haben das gehalten, was sie versprochen haben, was mich gerade sehr glücklich macht", sagte er zu buten un binnen. Auch Museumschefin Sunhild Kleingärtner war "sehr glücklich". Sie konnte bereits an Bord des Schiffes gehen. "Es ist alles voller Schlamm, aber wie es aussieht, ist alles intakt". Auch die originale Gallionsfigur, die im Schiff aufbewahrt wird, sei wohl unbeschädigt.

Kleingärtner dankte allen Beteiligten – und kündigte die "soziale Abnahme" der Bergung an: "Die ist traditionell erledigt, wenn wir alle zusammen ein Glas Sherry nehmen", sagte Kleingärtner.

Spektakuläre Rettung mit viel Publikum

Schaulusige vor der Seute Deern
Hunderte Schaulustige verfolgen die Bergung im Alten Hafen.

Hunderte Schaulustige hatten die spektakuläre Bergung im Alten Hafen seit dem Vormittag verfolgt. An mehreren Stellen schoss abgepumptes Wasser aus dicken Schläuchen und Rohren vom Deck der "Seute Deern" ins Hafenbecken. Riesige Luftkissen stützten das Schiff an beiden Seiten, damit es nicht umkippt. Am frühen Nachmittag war die Ebene des ehemaligen Restaurants freigepumpt, mittlerweile ist das Schiff komplett leer. Die Helfer, darunter zahlreiche Kräfte des technischen Hilfswerks, haben mit dem Abbau der Infrastruktur begonnen.

Erster Versuch war gescheitert

Bereits gestern hatte es einen Versuch gegeben, die Seute Deern leerzupumpen. Die vorhandenen Pumpen waren aber nicht gegen das eindringende Wasser angekommen, so dass über Nacht weitere Pumpen beschafft wurden. Mit diesen habe man bereits in einer dreiviertel Stunde so viel Wasser abgepumpt wie am Samstag den ganzen Tag, sagte ein Bergungsleiter.

Ende August war die "Seute Deern" auf den Hafengrund gesunken, nachdem die Lenzpumpen ausgefallen waren. Für die Bergung des Schiffes sind insgesamt 20 Tage angesetzt. Sie laufen Dienstag ab. Ob die "Seute Deern" nach der Bergung wie geplant saniert werden kann, ist noch unklar. Bereits im Februar hatte ein Brand unter Deck einen bislang unbezifferten Schaden angerichtet.

Die Seute Deern, an der orangene Luftsäcke angebracht sind.
  • Boris Hellmers

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 22. September 2019, 19:30 Uhr