Landgericht übernimmt Prozess gegen mutmaßlichen Schwulen-Stalker

  • Prozess um mutmaßlichen Schwulen-Stalker geht an das Bremer Landgericht
  • Gericht muss entscheiden, ob psychische Krankheit vorliegt
  • Amtsgericht kann diese Entscheidung nicht treffen
Gerichtsverhandlung im Stalker-Prozess
Der Prozess um den mutmaßlichen Schwulen-Stalker wechselt vom Bremer Amtsgericht an das Landgericht.

Der Prozess gegen einen mutmaßlichen Schwulen-Stalker wird am Bremer Landgericht fortgesetzt. Das hat das Amtsgericht am Dienstag entschieden, nachdem bei dem Angeklagten eine psychische Störung festgestellt wurde. Er könnte deswegen zur Unterbringung in einer Psychiatrie statt einer Haftstrafe verurteilt werden. Das darf aber nur das Landgericht und nicht das Amtsgericht entscheiden.

Gutachterin vermutet psychische Störung

Das Amtsgericht beruft sich in seiner Entscheidung auf eine Neubewertung der Gutachterin. Sie hatte nach den Erklärungen des Angeklagten zum Prozess-Auftakt erklärt, dass sie eine schwere psychische Störung bei dem 31-jährigen vermutet, die eine Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt anstelle einer Haftstrafe erfordert.

Eine solche Entscheidung überschreitet die Kompetenz des Amtsgerichtes, deswegen wurde der Fall ans Landgericht verwiesen. Wann er dort verhandelt wird, ist noch unklar. Der weitgehend geständige Angeklagte wurde aufgrund des neuen Gutachtens aus der Untersuchungshaft in eine Psychiatrie verlegt. Er soll 2016 unter anderem vier junge Homosexuelle aus Bremen monatelang terrorisiert und sie gegen ihren Willen geoutet haben.

Stalking-Prozess: Expertin hält Angeklagten für gestört

Ein Angeklagter, der im Gerichtssaal neben seiner Anwältin sitzt und eine Rote Mappe vor sein Gesicht hält.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 21. Januar 2020, 11 Uhr