Klinik in Bremerhaven behandelt Corona-Patienten mit Ebola-Medikament

  • Klinikum Reinkenheide setzt Remdesivir seit zwei Wochen ein
  • Medikament wurde ursprünglich gegen Ebola entwickelt
  • Einsatz ist noch nicht uneingeschränkt zugelassen
Hochhaus und Schild "Klinikum Bremerhaven"
Am städtischen Klinikum Reinkenheide in Bremerhaven kommt Remdesivir zum Einsatz, andere Krankenhäuser sind noch nicht von dem Medikament überzeugt.

Das Klinikum Reinkenheide hat seit rund zwei Wochen insgesamt drei Corona-Patienten mit schwerer Atemnot, Lungenentzündung und Fieber sowie Nebenerkrankungen mit Remdesivir behandelt. Die Fallzahl sei für allgemein gültige Erkenntnisse zu gering, teilte das Krankenhaus mit. Man habe aber bei den Patienten keine großen Nebenwirkungen beobachtet. Zwei Patienten konnten demnach die Intensivstation inzwischen wieder verlassen. Außerdem setzt das Krankenhaus den bereits seit Jahren bekannten Entzündungshemmer Dexamethason ein. Eine britische Studie habe gezeigt, dass das Cortison-Medikament den Krankheitsverlauf mildere.

Die Ameos-Krankenhäuser in Bremerhaven behandeln hingegen nicht mit Remdisivir. "Die wissenschaftliche Datenlage hat uns bisher nicht überzeugt", sagte ein Sprecher. In den Krankenhäusern der Bremer Geno kommt Remdesivir schon länger zum Einsatz. Außerdem nimmt das Krankenhaus Bremen-Mitte an einer WHO-Studie zur klinischen Erprobung des Medikaments teil. Vor wenigen Tagen hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung von Remdesivir unter Auflagen für Europa empfohlen. Die EU-Kommission muss noch zustimmen.

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Video vom 10. Juni 2020
Der Eingang des Klinikum Bremerhaven

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 30. Juni 2020, 18:00 Uhr