Großrazzia in Bremen: Millionenschaden durch Autoteile-Diebstahl

  • Es geht um mutmaßlich organisierten Diebstahl hochwertiger Autoteile
  • Die Beute soll einen Wert von rund 600.000 Euro haben
  • Drei Verdächtige wurden laut Bundespolizei festgenommen
Razzia in Bremen
Bild: TeleNews

In Bremen ist den Behörden ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen. Mit einem Großaufgebot haben Bundespolizei und Staatsanwaltschaft zahlreiche Objekte in der Vahr und in Osterholz durchsucht.

Wie die Bundespolizei mitteilte, waren etwa 400 Beamte an dem Einsatz beteiligt – darunter auch Spezialkräfte der GSG9. Drei Verdächtige wurden festgenommen, gegen vier weitere Beschuldigte wird nach Angaben der Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Männer sind demnach zwischen 22 und 37 Jahre alt, ihnen wird organisierter Diebstahl vorgeworfen.

Lenkräder und Bord-Computer standen im Fokus der Diebe

Die Gruppe soll zwischen Oktober 2017 und vergangenem September im großen Stil Teile aus Autos gestohlen haben. Die Autos seien teils im Stadtgebiet geparkt gewesen, teils hätten sie auf Autozügen in Bremen gestanden. Über Bremen laufen viele Autotransporte nach Bremerhaven, und die Züge werden vorher an vielen Stellen in der Stadt auf Gleisen abgestellt.

Vermummte Polizisten laufen einen Fußweg entlang.
Etwa 400 Polizisten waren an der Razzia beteiligt. Bild: DPA | Christian Butt

Die Beute hat laut Bundespolizei einen Wert von rund 600.000 Euro. Deutlich größer ist der Schaden, der durch den Teileklau an Zügen und Autos entsteht: Er liegt bei etwa zwei Millionen Euro. Die Diebe hatten es laut dem Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, Frank Passade, vor allem auf sogenannte Multifunktionslenkräder abgesehen. Aber auch Bord-Computer sollen gestohlen worden sein.

Es scheint ein guter Markt dafür vorhanden zu sein, solche Lenkräder über Internetportale zu veräußern.

Der Pressesprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, Frank Passade.
Frank Passade, Bremer Staatsanwaltschaft

Die Bremer Staatsanwaltschaft hat die Razzia veranlasst. Ausgeführt wurde sie von der Bundespolizei, weil sie für die Bahnanlagen zuständig ist. Nach ihren Angaben waren dem Großeinsatz sehr lange Ermittlungen vorausgegangen. Die Verdächtigen sollen sich konkret des Diebstahls und der Hehlerei, also des Weiterverkaufs gestohlener Sachen, strafbar gemacht haben. Auf Bandendiebstahl beziehungsweise Bandenhehlerei stehen laut Passade pro Tat Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Auch in anderen Bundesländern schlugen die Beamten zu.

Die Bundesweite Dimension dieses Einsatzes ergibt sich daraus, dass das Netzwerk der Hehler in mehrere andere Bundesländer reichte. Und deswegen war es auch notwendig, Objekte in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zu untersuchen.

Helgo Mertens, Sprecher der Bundespolizei

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 6. Dezember 2018, 8 Uhr