Asbest-Kontaminierung: Polizei erhebt Vorwürfe nach Brand in Bremen

  • Polizeigewerkschaft übt scharfe Kritik nach Brand im Industriehafen
  • Einsatzkräfte seien nicht ausreichend vor Asbest geschützt worden
  • Sämtliche Kleidung offenbar kontaminiert
Mehrere Hallen brennen Lichterloh, die Feuerwehr versucht die Feuer zu löschen.
Mehrere Lagerhallen waren Ende April in Flammen aufgegangen. Später gingen Asbestbruchteile nieder.

Nach dem Großbrand am Industriehafen in Bremen Ende April hat die Deutsche Polizeigewerkschaft kritisiert, dass eingesetzte Polizisten nicht genug vor Asbestbelastung geschützt worden sind. Tests der Feuerwehr hätten ergeben, dass die gesamte Einsatzbekleidung und alle Fahrzeuge kontaminiert gewesen seien, kritisierte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Jürn Schulze, in einer Mitteilung.

"Ein Irrsinn"

"Wir hatten der Polizeiführung vorgeschlagen, am Einsatzort getragene Kleidung beproben zu lassen", sagte Schulze. Nach dem Einsatz Ende April habe niemand dafür gesorgt, dass die Kleidung der Polizisten von übriger Wäsche in den Haushalten sicher getrennt worden sei. Ein vollständiger Austausch aller Uniformteile sei nun die einzige Lösung. Außerdem müssten auch die am Brandort eingesetzten Polizeifahrzeuge untersucht werden. "Es ist doch ein Irrsinn, zu glauben, dass bei der Feuerwehr alles kontaminiert wurde, bei der Polizei aber nicht."

Asbestbruchstücke fielen vom Himmel

Ende April hatte die Feuerwehr mehrere Tage gegen das Feuer in zehn Lagerhallen gekämpft. Danach gingen rund um den Brandort Asbestbruchstücke nieder. Ein Sprecher der Senatorin für Gesundheit sagte damals, die Stücke seien überwiegend im Umkreis von 200 bis 300 Metern rund um den Brandort gesichtet worden, sie seien so groß wie Münzen und sollten weder aufgehoben noch zerbrochen werden. Eine Gesundheitsgefährdung gehe davon aber aktuell nicht aus, hieß es damals.

Kritik nach Großbrand im Bremer Industriehafen

Video vom 14. Mai 2020
Ein Großbrang eines Holzlagers in Gröpelingen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 6. Mai 2020, 14.15 Uhr