Mutmaßlicher hochrangiger PKK-Funktionär in Bremen verhaftet

  • Bereits am Montag nahmen die Zielfahnder den 42-Jährigen fest
  • Er soll der Gebietsleiter der verbotenen PKK für Bremen und Teile Niedersachsens sein
  • Eine Aufgabe des Mannes war die Rekrutierung von Kämpfern
Ein Mann wird in Handschellen gelegt, aufgenommen am 12.01.2015 in Braunlage.
Der Mann soll für die PKK neben Bremen und Bremerhaven auch für große Teile Niedersachsen zuständig gewesen sein. Bild: DPA | Frank May

Zielfahnder der Bremer Polizei haben am Montag im Bremer Süden einen vermutlich hochrangigen Funktionsträger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK festgenommen. Das teilte die Polizei jetzt mit. Dem 42 Jahre alte Mann wird vorgeworfen, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein. Er ließ sich ohne Widerstand festnehmen und wurde in die Justizvollzugsanstalt Hamburg gebracht.

Der Staatsschutz der Polizei Bremen hatte in den vergangenen Wochen intensiv gegen den Mann ermittelt. Dabei habe sich laut Staatsanwaltschaft herausgestellt, dass er ein sogenannter Gebietsleiter der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei sein soll. Der Mann soll erst im Land Bremen und zuletzt im Bereich Celle in Niedersachsen aktiv gewesen sein. Dort war er mutmaßlich dafür zuständig, finanzielle Unterstützung für die PKK zu organisieren und potentielle Kämpfer zu rekrutieren.

Ermittler stellen bei Wohnungsdurchsuchung Beweismittel sicher

Das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg erließ im Dezember auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg einen Untersuchungshaftbefehl. Bei der Festnahme am Montag in Bremen und der anschließenden Wohnungsdurchsuchung konnten die Ermittler diverse Beweismittel sicherstellen.

Die kurdische Arbeiterpartei wird in der EU als terroristische Vereinigung eingestuft. Im Bremer Verfassungsschutzbericht 2018 steht, dass sie die Werte der Demokratie angreife. Die zuständige Behörde ging zuletzt von etwa 480 Anhängern der PKK in Bremen aus. Von ihnen seien militante Aktionen gegen türkische Einrichtungen und Personen zu befürchten.

Sowohl von türkisch-nationalistischer als auch von PKK-Seite kam es 2018 in Bremen zu Sachbeschädigungen an Vereinsgebäuden und Autos der jeweils anderen Seite.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 8. Januar 2020, 10 Uhr