Havarie der "MSC Zoe": Bergung an der deutschen Küste abgeschlossen

  • Wasser- und Schifffahrtsamt erklärt Arbeiten für beendet
  • Alle "schifffahrtsrelevanten Hindernisse" seien beseitigt
  • Vor den Niederlanden gehen die Bergungsarbeiten weiter
Ein Schiff mit einem Kran birgt einen Container aus der Nordsee
Ein Spezialschiff hebt einen Container aus der Nordsee. Bild: DPA

Gut elf Monate nach der Havarie des Riesenfrachters "MSC Zoe" mit Hunderten über Bord gegangener Container sind die Bergungsarbeiten an der deutschen Nordseeküste abgeschlossen. "Die beauftragten Fachfirmen haben alle schifffahrtsrelevanten Hindernisse beseitigt", sagte am Montag der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Emden, Hermann Poppen. Dank der guten Zusammenarbeit mit den niederländischen Behörden seien die deutsche Nordseeküste und die Ems wieder sicher befahrbar.

Mit moderner Sonartechnik wurde das deutsche Küstengebiet gründlich abgesucht

Hermann Poppen, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes

Die "MSC Zoe" hatte am 2. Januar in der stürmischen Nordsee auf ihrer Fahrt von Portugal nach Bremerhaven vor der niederländischen und deutschen Küste mehr als 340 Container verloren. Ob eine Bodenberührung im Wattenmeer das schwere nächtliche Schiffsunglück auslöste, blieb bei der Suche nach den Ursachen bislang unklar.

Zuständig ist die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchungen (BSU) in Hamburg. Die BSU untersucht das Unglück gemeinsam mit der niederländischen Sicherheitsbehörde OVV. Abschließende Ergebnisse aus allen drei Ländern würden erst im kommenden Jahr erwartet, hatte die BSU kürzlich mitgeteilt.

Teil der Ladung bleibt auf dem Meeresboden

Bis September seien im deutschen Überwachungsgebiet mit dem Vermessungsschiff "Paapsand" Kontrollpeilungen vorgenommen und dann ausgewertet worden, sagte Poppen. Danach seien dort keine Schifffahrthindernisse mehr vorhanden. Es sei aber nicht möglich, alle Einzelteile zu finden. Nahezu alle Container seien beim Überbordgehen, beim Aufprall oder durch den Wasserdruck zerstört worden. Die nicht gefundene Ladung sei so kleinteilig über den Meeresboden verteilt, dass sie mit den verfügbaren Ortungsverfahren nicht erfasst und deshalb auch nicht geborgen werden könnte.

Die Bergungsarbeiten in den Niederlanden dauerten an, teilte das WSA Emden am Montag weiter mit. Dort umfasse das Bergungsgebiet rund 3000 Quadratkilometer, im deutschen Bereich seien es etwa 770 Quadratkilometer gewesen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 11. November 2019, 16 Uhr