Mann verletzt – Bürgermeister geht von Wolfsbiss aus

  • Mann ist im Landkreis Rotenburg nach eigener Aussage von Wolf gebissen worden
  • Der 55-Jährige will insgesamt vier Tiere erkannt haben
  • Wolfsbüro erstellt DNA-Analyse
Ein Zaun auf einem Friedhof, im Hintergrund ist ein Wald und Laub zu sehen.

Ein 55-jähriger Mitarbeiter der Gemeinde Bülstedt im Landkreis Rotenburg ist am Dienstagvormittag bei der Grünpflege nach eigener Aussage von einem Wolf gebissen worden. Er wurde leicht verletzt. Der Mann kniete nach eigener Aussage an einem Zaun und arbeitete, als er mit seiner Hand nach hinten fasste. Er stellte den Angaben zufolge fest, dass seine Hand festgehalten wurde. Als er sich umblickte, will er gesehen haben, dass ein Wolf nach seiner Hand schnappte. Drei weitere Wölfe hätten mit etwas Abstand ebenfalls in der Nähe des Zauns gestanden. Er habe sich selbst befreien und die Tiere vertreiben können.

Auch der Bürgermeister der Samtgemeinde Tarmstedt Frank Holle geht zurzeit davon aus, dass es der Mann von einem Wolf attackiert wurde.

Die DNA-Untersuchungen sind veranlasst, insoweit sind wir nicht ganz sicher, aber die Indizien, die wir vorliegen haben, sprechen dafür, dass es ein Wolf war, weil er nicht alleine da war. Da waren noch drei andere mit dabei. Dass Hunde sich im Rudel zusammenrotten, ist relativ unwahrscheinlich.

Frank Holle, Bürgermeister der Samtgemeinde Tarmstedt

Zeugen für den Vorfall gibt es nicht. In der Vergangenheit wurden in der Samtgemeinde schon häufiger Wölfe gesichtet, ein Rudel soll sich 20 Kilometer entfernt aufhalten. Bisher blieben die Tiere aber immer auf Distanz. Bürgermeister Holle sieht keinen Grund, an den Aussagen des Mannes zu zweifeln. "Ich habe keine Anhaltspunkte dafür, daran zu zweifeln. Wenn er das hätte ausschlachten wollen, dann hätte er es früher und alleine gemacht. Wir mussten ihn eher dazu zwingen, überhaupt zum Arzt zu gehen."

Das niedersächsische Landvolk nimmt den Vorfall zum Anlass, nochmals den Abschuss der Wölfe zu fordern. Beispiele für den Verband sind Schweden oder Frankreich, wo Jäger eine Lizenz haben, Wölfe sehr begrenzt zu töten. "Das sind gute Beispiele, wie man in diesen Ländern mit dem Wolf umgeht. Dass man die Population nicht so rasant wachsen lässt, wie hier bei uns, und so auch der Wolf lernt, dass der Mensch eine Gefahr für ihn darstellt", sagt Jörn Ehlers vom Landvolk Niedersachsen.

DNA-Analyse soll Klarheit bringen

Schafe sind in diesem Jahr viele gerissen worden – über 500 bundesweit. Aber ein Angriff auf einen Menschen, wie es angeblich hier auf dem Friedhof geschehen sein soll? Schwer vorstellbar. Spuren des vermeintlichen Angriffs wurden sichergestellt.

Das Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Natur- und Umweltschutz (NLWKN) hat sich in die Ermittlungen eingeschaltet, wie Heiner van der Werp, Sprecher der Polizeiinspektion Rotenburg, mitteilte. "Sie werden sich mit dem Mitarbeiter und dem Arzt unterhalten, die Bissspuren untersuchen und außerdem einen Abstrich analysieren", sagt van der Werp. Mithilfe des Abstriches lasse sich anhand der DNA-Spuren feststellen, ob es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat.

Wolfsnachweise
An diesen Orten sind rund um Bremen bereits Wölfe gesichtet worden.

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  • Holger Baars

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 28. November 2018, 17 Uhr