Kirche distanziert sich von Olaf Latzel: "Grenze ist überschritten"

  • Der Staatsschutz ermittelt, weil er Homosexuelle als "Verbrecher" bezeichnet hatte
  • Bremische Evangelische Kirche (BEK) verurteilt Latzels Aussagen scharf
  • Laut BEK-Leitung füge der Pastor der gesamten kirchlichen Gemeinschaft Schaden zu
Pastor Olaf Latzel steht in der Sankt Martini Kirche in der Altstadt
Olaf Latzel ist Pastor in der Sankt Martini-Gemeinde in der Bremer Altstadt. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Die Bremische Evangelische Kirche hat Äußerungen des Pastors Olaf Latzel aufs Schärfste verurteilt. Er hatte während eines Ehe-Seminars Homosexuelle als "Verbrecher" bezeichnet. Weiter sprach er von einer teuflischen Homo-Lobby, die Einfluss nähme auf Gesellschaft und Kirche.
Die Kirchenleitung werde nicht akzeptieren, dass Menschen herabgesetzt, beleidigt und in ihrer Würde verletzt werden, teilte die Präsidentin des Kirchenausschusses, Edda Bosse, mit. Man stehe klar an der Seite homosexuell lebender Menschen.

Bereits in der Vergangenheit haben wir Äußerungen von Herrn Pastor Latzel erlebt, die bis an die Grenze des Erträglichen gingen, diese Grenze ist jetzt überschritten.

Edda Bosse, Präsidentin des Krichenausschusses

Weiter teilte Bosse mit, dass der Pastor mit seinen Äußerungen der Bremischen Evangelischen Kirche, der Gemeinschaft der einzelnen Gemeinden und allen gesamtkirchlichen Einrichtungen Schaden zufüge. Der Staatsschutz hat inzwischen Ermittlungen gegen Latzel aufgenommen. Der Kirchenausschuss will das eingeleitete Verfahren nun verfolgen und davon ausgehend mögliche dienstrechtliche Schritte prüfen.

Latzel selbst bestreitet seine Äußerungen auf Anfrage nicht. Im biblischen Kontext seien Homosexuelle "Sünder", aber seine Kirche heiße Sünder willkommen. Es liege ihm fern, Menschen zu diffamieren, so Latzel.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 24. April 2020, 18 Uhr