China Logistics investiert 100 Millionen Euro in Jade-Weser-Port

  • Unternehmen will bis 2021 Logistikzentrum in Wilhelmshaven errichten
  • Langfristig könnten etwa 350 Arbeitsplätze entstehen
  • Chinesische Firma strebt rund 100.000 Standardcontainer pro Jahr an
Container-Umschlag im Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven.
Im Jade-Weser-Port könnte künftig mehr los sein. Bild: Imago | Andreas Burmann

Das Logistikunternehmen China Logistics hat einen Vertrag mit dem Jade-Weser-Port unterzeichnet. Das Unternehmen investiert 100 Millionen Euro in den Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven. Bis 2021 will China Logistics in Wilhelmshaven ein Logistikzentrum für den Umschlag chinesischer Waren errichten, wie das niedersächsische Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte.

Auf mehr als 20 Hektar sollen am Jade-Weser-Port Hallen, Lagerflächen und Bahngleise entstehen. Mit dem betrieb des neuen Logistikzentrums soll laut Wirtschaftsministerium ein europäisches Unternehmen beauftragt werden. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) geht davon aus, dass die Entscheidung eine Signalwirkung für weitere Ansiedlungen haben werde. Der Tiefwasserhafen, der unabhängig von Ebbe und Flut ist, gilt als Sorgenkind. Mehr als sieben Jahre nach seiner Eröffnung ist der Hafen längst nicht ausgelastet.

Wilhelmshaven setzt sich gegen Antwerpen durch

Jade-Weser-Port-Geschäftsführer Andreas Bullwinkel geht davon aus, dass langfristig etwa 350 Arbeitsplätze entstehen könnten. Nach zweistelligem Zuwachs auf niedrigem Niveau am neuen Containerterminal in den Vorjahren war 2019 der Umschlag in Wilhelmshaven um 2,5 Prozent zurückgegangen: 639.000 Standardcontainer (TEU) wurden befördert – ausgelegt ist der Hafen für einen Jahresumschlag von 2,7 Millionen TEU.

Wir hoffen, dass mit der Entscheidung von China Logistics Deutschlands einziger Container-Tiefwasserhafen auch bei anderen international agierenden Marktteilnehmern in den Fokus rückt.

Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der Marketingfirma für den Container Terminal Wilhelmshaven

Im geplanten China Logistics-Wilhelmshaven Hub sollen laut Ministerium größtenteils Güter der Automobilindustrie umgeschlagen werden, daneben Steinwaren für Baumärkte, Lebensmittel und Konsumgüter. Langfristiges Ziel der chinesischen Partner seien rund 100.000 TEU pro Jahr. Es sei die erste Investition des Unternehmens in Europa, betonte Bullwinkel. Rund fünfeinhalb Jahre habe sein Unternehmen mit den chinesischen Partnern über die Ansiedlung verhandelt, die Verantwortlichen hätten unter anderem auch den Standort Antwerpen (Belgien) geprüft.

Die neuen Hallen werden nicht die größten im Jade-Weser-Port sein

Die Hallen, die China Logistics bauen will, werden nicht die größte Niederlassung im JadeWeserPort sein. Die Ansiedlung von Nordfrost am Hafen ist noch größer. China Logistics ist eine Tochter des Staatsunternehmens China Chengtong Holding Group (CCT), die Minderheits-Anteilseigner der Reederei Cosco Shipping Lines ist – nach Ministeriumsangaben eine der größten Reedereien weltweit. Der Hafen ist ein Gemeinschaftsprojekt der Länder Niedersachsen und Bremen. Die Baukosten beliefen sich auf 950 Millionen Euro.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 21. Februar 2020, 14 Uhr