Verwirrung um AstraZeneca: Ärzte sollen sich an Impfverordnung halten

  • Kassenärztliche Vereinigung und Senat einig: Ärzte dürfen von Impfverordnung abweichen
  • KV hatte behauptet, Impfpriorisierung sei generell aufgehoben
  • AstraZeneca nur für Menschen ohne Indikatoren, wenn Dosen übrig sind
Eine junge Lehrerin bekommt in Bremen den Corona-Impfstoff verabreicht.
Bleibt Impfstoff übrig, darf er auch ohne Rücksicht auf die Priorisierung verimpft werden. Bild: Reuters | Hauke-Christian Dittrich/Pool

Nach der Verwirrung um die angeblich aufgehobene Impfpriorisierung in Bremen haben Senatsvertreter und Kassenärztliche Vereinigung (KV) am Mittwoch über die Verwendung des Impfstoffs von AstraZeneca beraten. "Praxen dürfen den Impfstoff von AstraZeneca auch außerhalb der in der Impfverordnung genannten Indikatoren verimpfen", sagte Lukas Fuhrmann, Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts. Das sei dann möglich, wenn Impfdosen übrig seien. Die Ärzte seien jedoch weiter angehalten, vorrangig die Personengruppen zu impfen, die es aus verschiedenen Gründen am nötigsten haben.

Zuvor hatte die KV behauptet, die Impfpriorisierung sei in Absprache mit Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) aufgehoben worden. Das sei nicht der Fall gewesen, sagte Fuhrmann. "Die Kassenärztliche Vereinigung hat heute leider den Sachverhalt voreilig kommuniziert", sagte er. "Bei dem Gespräch mit dem Bürgermeister und der KV handelte es sich um ein reines Informationsgespräch." Dabei hätte die Ärztevereinigung auch angesprochen, dass eine Aufhebung der Priorisierung bei AstraZeneca hilfreiche wäre, um die Impfgeschwindigkeit weiter zu erhöhen. Bovenschulte könne das verstehen, sagte Fuhrmann. "Er hat aber an keiner Stelle zu erkennen gegeben, dass er diese Vorgehensweise genehmigen könnte oder würde."

"Wir möchten erst einmal alle Über-60-Jährigen mit AstraZeneca impfen"

Video vom 22. April 2021
Lukas Fuhrmann im Interview
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 5. Mai 2021, 19:30 Uhr