Hotel diskriminiert Dicke? Besitzerin wehrt sich gegen Kritik

  • Hotel in Cuxhaven empfängt keine Gäste über 130 Kilo
  • Besitzern wurde Diskriminierung vorgeworfen
  • Nun wehren sie sich gegen die Vorwürfe
Zwei korpulente Plastikfiguten sitzen aus einem Massband.
Ein Hotel in Cuxhaven verzichtet auf Gäste, die schwerer sind als 130 Kilogramm. Bild: Imago | imago images / Niehoff

Die Besitzer eines Hotels in Cuxhaven haben sich gegen Vorwürfe, dicke Menschen zu diskriminieren, gewehrt. Auf der Internetseite des Hotels gibt es die Richtlinie, keine Gäste über einem Gewicht von 130 Kilogramm aufzunehmen.

Eine Frau mit Mundschutz steht vor einem Gebäude.
Die Besitzerin eines Hotels in Cuxhaven wehren sich gegen Diskriminierungsvorwürfe.

Grund für den Hinweis sei ein zusammengebrochenes Hotelbett gewesen, in dem ein übergewichtiger Gast geschlafen habe, sagte die Besitzerin des Hotels der Deutschen Presse Agentur. Der Mann habe auf Schadenersatz geklagt, man habe sich außergerichtlich geeinigt. Andere übergewichtige Gäste hätten außerdem kritisiert, nicht in die Dusche des Boutiquehotels mit eher kleinen Zimmern zu passen oder zu unbequem auf den Stühlen im Frühstücksbereich zu sitzen.

In einem Bericht von buten un binnen hatte Friedrich Schorb, der an der Universität Bremen zu Gewichtsdiskriminierung forscht, die Richtlinien des Hotels kritisiert. "Es zeigt eben, dass es in diesem Bereich immer noch so ist, dass man scheinbar unbestraft diskriminieren kann", sagte Schorb. "Es würde sich sicher kein Hotel trauen zu schreiben: 'Homosexuelle sind bei uns nicht erwünscht'. Und diese Extrembeispiele zeigen ganz deutlich das Fehlen dieses Bewusstseins." Auch in den sozialen Medien verurteilten viele Nutzer die Regelung zum Maximalgewicht für Hotelgäste.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 4. Juni 2020, 12:15 Uhr