Lebensgefährtin mit Buschmesser getötet: 10 Jahre Haft für Bremer

  • Bremer Landgericht: Mann hat seine Lebensgefährtin getötet
  • Gericht verurteilte ihn wegen Totschlags
  • Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen Mordes angeklagt
 Das Landgericht an der Domsheide in Bremen.
Verurteilt: Das Bremer Landgericht hat einen 43-Jährigen zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er soll seiner Lebensgefährtin mit einem Messer die Kehle durchschnitten haben. Bild: Radio Bremen | Martin von Minden

Weil er seiner Partnerin hinterrücks die Kehle durchgeschnitten hat, ist ein 43-Jähriger in Bremen zu zehn Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt worden. Der Angeklagte aus Nigeria habe im Affekt gehandelt, seine Steuerungsfähigkeit bei der Tat im Juni 2019 sei erheblich vermindert gewesen, befand das Landgericht am Montag. Die Staatsanwältin hatte dagegen eine Verurteilung wegen Mordes aus Heimtücke mit 13 Jahren Haft gefordert.

Auch die getötete Frau stammte aus Nigeria. Das Paar war zusammen über Libyen nach Europa gekommen. Sie hatten zwei oder drei Kinder gemeinsam – beim jüngsten Kind hatte ein Mann mit deutschem Pass die Vaterschaft anerkannt, um der Mutter ein dauerndes Aufenthaltsrecht in Deutschland zu verschaffen. Die Tat habe drei Kinder im Vorschulalter zu Vollwaisen gemacht, sagte der Vorsitzende Richter.

Vor Gericht berichtete der Angeklagte von häufigem Streit, von Geldforderungen seiner Partnerin. Er sei beleidigt und geohrfeigt worden. "Sie war der dominante Part der Beziehung", sagte auch der Richter. Bei der verhängnisvollen Auseinandersetzung sei es aber nicht um Geld oder Gewalt gegangen. Die Frau habe sich vom Angeklagten trennen und ihn aus der Wohnung weisen wollen. Da habe sich dessen Wut in exzessiver Gewalt entladen. Die Verteidigung hatte auf sieben Jahre Haft wegen Totschlags plädiert.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 13. Januar 2020, 14 Uhr