Insider glaubt nicht an Rettung der Bremer Greensill Bank

  • Greensill Bank darf nur noch Gelder für Schuldenbegleichung annehmen
  • Finanzaufsicht BaFin hat regulären Betrieb am Mittwoch untersagt
  • Finanzaufsicht-Strafanzeige geht um Bilanzfälschung
Video vom 3. März 2021
Eingang des Geschäftsgebäudes an der Martinistraße, in der die Greensill Bank sitzt
Bild: Radio Bremen

Nach Schließung der Bremer Greensill Bank will die Finanzaufsicht BaFin nun schnell die Vermögenslage des Unternehmens klären. Die BaFin hatte der Bank am Mittwoch wegen drohender Überschuldung den regulären Betrieb untersagt.

Die Greensill Bank darf nur noch Gelder zur Begleichung ihrer Schulden annehmen. Die belaufen sich laut Reuters auf knapp 3,3 Milliarden Euro. Bei der Strafanzeige der BaFin gegen das Bremer Kreditinstitut geht es nach buten-un-binnen-Informationen um Bilanzfälschung. Die Greensill Bank könne nicht nachweisen, dass bestimmte Forderungen existieren, heißt es in einer Pressemitteilung der BaFin. Mittlerweile hat die Bremer Staatsanwaltschaft bestätigt, dass sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat. Zu Details wollte sich die Behörde jedoch noch nicht äußern.

Die Chancen für eine Rettung der Bank bezeichneten Insider als schlecht. In zwei früheren Fällen hatte die BaFin spätestens nach einem Monat das endgültige Aus für die betroffenen Banken erklärt. Der Sonderbeauftragte der Finanzaufsicht soll bereits seit einigen Wochen am Bremer Sitz der Bank tätig sein. Falls die BaFin den sogenannten "Entschädigungsfall" erklärt, erhalten Gläubiger der Bank Geld aus dem Einlagensicherungsfonds der deutschen Kreditwirtschaft.

Die Bremer Greensill Bank gehört einem britisch-australischen Investor, der sich ebenfalls in finanzieller Schieflage befinden soll. Greensill Capital hatte 2014 die Bremer NF-Bank übernommen und umbenannt.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 3. März 2021, 19:30 Uhr