Greenpeace protestiert gegen SUV-Anlieferung in Bremerhaven

  • Protestaktion von Greenpeace gegen SUVs in Bremerhaven
  • Umweltschützer brachten "Klimakiller an Bord"-Banner an Schiffswand an
  • Bremer Polizei löst Spontanversammlung auf und fertigt Anzeigen
Greenpreace-Aktivisten stehen auf einer Rampe zu einem Autofrachter
Greenpeace-Aktivisten haben gegen die Entladung eines Autofrachters protestiert.

Greenpeace-Aktivisten haben am Morgen in Bremerhaven gegen die Entladung eines Auto-Transportschiffes im Nordhafen demonstriert. Dabei besetzten sie der Polizei zufolge die Verladerampe eines Autotransporters und verhinderten so das Entladen von Geländewagen.

Laut Polizei waren insgesamt rund 80 Aktivisten beteiligt. Die Umweltschutzorganisation teilte dagegen mit, dass 35 Anhänger an der Aktion beteiligt gewesen wären. Das Betreten des Hafengeländes sei grundsätzlich ein Hausfriedensbruch, sagte ein Polizeisprecher. Gegen alle Personen, die sich unberechtigt auf dem Gelände befanden, seien daher Strafanzeigen gestellt worden.

Die Aktivisten waren dem Polizeibericht zufolge mit Schlauchbooten aus dem frei zugänglichen Yachthafen in den Sicherheitsbereich des Nordhafens eingedrungen. Einige von ihnen blockierten die Laderampe, andere brachten ein Transparent mit dem Slogan "Klimakiller an Bord" an. Zudem seien fünf Fahrzeuge, die sich während des Protests auf der Laderampe befanden, mit Parkkrallen versehen worden.

Mit der Aktion kritisiert die Organisation eigenen Angaben zufolge Autohersteller, die schwere und PS-starke Geländelimousinen (SUV) im Ausland bauen lassen und nach Deutschland verschiffen. "Diese Autos sind durch ihr hohes Gewicht und die großen Motoren deutlich klimaschädlicher als andere Pkw", sagte ein Greenpeace-Sprecher. Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan sagte, mit Blick auf die Klimakrise sei es völlig unverantwortlich, SUVs herzustellen und zu fahren. "Die deutschen Hersteller müssen weg von übermotorisierten Klimakillern und viel stärker auf leichte E-Autos und Mobilitätsdienstleistungen setzen."

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Nach wenigen Stunden wurde die Aktion Aktivisten zufolge beendet. "Wir werden gerade geräumt", sagte eine der Demo-Teilnehmerinnen am Nachmittag in einem Twitter-Video. Einige der Aktivisten seien weggetragen worden. Laut Polizei sei die als Spontanversammlung eingestufte Aktion aufgelöst worden, da gegen erteilte Auflagen verstoßen worden sei. Der Einsatz sei allerdings insgesamt friedlich verlaufen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 7. September 2019, 10 Uhr