Verfahren gegen Kapitän der Glory Amsterdam wird eingestellt

  • Offenbar keine Belege für Fehlverhalten des Kapitäns
  • Havariekommando hatte den Chinesen angezeigt
  • Frachter war Ende Oktober vor Langeoog gestrandet
Der vor Langeoog gestrandete Frachter
Die Glory Amsterdam war stundenlang manövrierunfähig durch das Wattenmeer getrieben.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg wird das Verfahren gegen den chinesischen Kapitän des Frachters Glory Amsterdam voraussichtlich einstellen. Das sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem NDR. Der Frachter war Ende Oktober vor Langeoog gestrandet, nachdem er über Stunden manövierunfähig durch das Wattenmeer getrieben war.

Dem Havariekommando in Cuxhaven war es nicht gelungen, das Schiff unter Kontrolle zu bekommen. Schon kurz nach dem der Frachter gestrandet war, hatte das Havariekommando in Cuxhaven dem Kapitän der Glory Amsterdam schwere Vorwürfe gemacht. Mehrfach habe er Hilfe abgelehnt, außerdem mangelhaftes Englisch gesprochen. Das Havariekommando hatte Anzeige gegen den Mann erstattet. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr ermittelt. Offenbar hat die Staatsanwaltschaft dafür aber keine Belege gefunden.

Uwe Garrels, Bürgermeister von Langeoog, zeigte sich auf Nachfrage des NDR überrascht. Er fürchtet, dass die Ursache der Havarie nun nicht mehr aufgeklärt wird. Die Inselbürgermeister sind in Sorge, dass sich so ein Unglück wiederholen könnte. Sie kritisieren auch das Notschleppkonzept des Havariekommandos. Es müsse dringend verbessert werden, so die Bürgermeister.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 16. Mai 2018, 12 Uhr