Mitarbeiter des Gesamthafenbetriebsvereins kämpfen um ihre Jobs

  • Die Beschäftigten wollen in Bremen und Bremerhaven demonstrieren
  • Aufgerufen dazu hat die Gewerkschaft Verdi
  • Nach buten-un-binnen-Informationen soll am Mittwoch der Insolvenzantrag eingereicht werden
Containerterminal Bremerhaven (Archivbild)
1.300 Mitarbeiter des Hafenbetriebs bangen um ihre Jobs (Symbolbild). Bild: Imago | Jochen Eckel

Die Mitarbeiter des Gesamthafenbetriebsvereins (GHBV) wollen am heutigen Mittwoch in Bremen und Bremerhaven für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstrieren. Um 8 Uhr wollen sie sich vor dem Bremer Rathaus treffen, die Protestaktion in Bremerhaven soll um 13 Uhr vor dem Gatehouse II am Containerterminal von BLG und Eurogate beginnen.

Verdi fordert den Erhalt des GHBV. Beide Standorte sowie die Arbeitsplätze müssten gesichert werden. "Die Bremischen Häfen sind ohne den Gesamthafenbetrieb nicht denkbar. Es darf nicht unbemerkt nach 106 Jahren eine weitere Bremer Institution abgewickelt werden", sagt Verdi-Bezirksgeschäftsführer Markus Westermann. "Ohne den GHBV werden die Beschäftigten der Hafenunternehmen dem Lohn- und Sozialdumping durch Leih- und Zeitarbeit ausgesetzt, das kann nicht im Sinne Bremens sein", so Westermann weiter.

Wir fordern die Arbeitgeber und das Land Bremen auf, für die Beschäftigten und den Gesamthafenbetrieb an beiden Hafenstandorten in Bremen und Bremerhaven eine zukunftsfähige Lösung zu finden.

Markus Westermann, Verdi-Bezirksgeschäftsführer

Rede von Bürgermeister Bovenschulte erwartet

Laut Verdi-Sprecher Marco Otten wird Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) bei der Protestaktion vor dem Bremer Rathaus ein paar Worte sagen. Zudem erwartet er Unterstützung von Kollegen aus Hamburg. Wie viele Mitarbeiter an den Demonstrationen teilnehmen werden, könne er nicht einschätzen.

Nachdem sich der Betriebsrat mit Verdi und dem Unternehmensverband Bremische Häfen nicht über den weiteren Sparkurs einigen konnte, hatte der Personaldienstleister der Hafenunternehmen in Bremerhaven und Bremen Anfang November die Insolvenz in Eigenregie angekündigt. Diese soll nach Informationen von buten un binnen am heutigen Mittwoch beantragt werden.

Beim GHBV sind 1.300 Arbeitsplätze in Gefahr. Inzwischen setzen die Hafenunternehmen vermehrt andere Zeitarbeitsfirmen ein, die für deutlich weniger Geld die Arbeit im Hafen erledigen.

Rückblick: GHBV leitet Insolvenzverfahren ein: 1.300 Arbeitsplätze vor dem Aus?

Video vom 4. November 2020
In einem Hafen stehen Kräne. Im Vordergrund wird ein Container bewegt.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. Dezember 2020, 19:30 Uhr