Mehr als 150 Hafenarbeiter-Jobs in Bremerhaven fallen weg

  • Insolvenzverfahren bei Gesamthafenbetriebsverein (GHB) abgeschlossen
  • 770 Jobs wurden laut GHB gerettet
  • In Belegschaft herrscht weiter Unruhe
Das Containerterminal an der Stromkaje in Bremerhaven
Im Bremerhavener Containerterminal werden auch GHB-Arbeiter eingesetzt. Bild: DPA | Ingo Wagner

Das Insolvenzverfahren beim Gesamthafenbetriebsverein (GHB) im Land Bremen ist laut Unternehmen abgeschlossen. Von ursprünglich gut 1.000 Stellen beim offiziellen Personaldienstleister der Hafenunternehmen bleiben noch 770. Im Zuge des Verfahrens haben 151 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren, die restlichen haben ihn gewechselt. Aus Sicht des GHB-Vorstands sichert der Stellenabbau das Bestehen des Traditionsunternehmens. Die Firma war überschuldet und hatte immer weniger Umsätze gemacht.

Auf den Terminals in Bremerhaven sind mehrere Hundert GHB-Arbeiter im Einsatz. In der Belegschaft herrscht allerdings weiter Unruhe – unter anderem, weil Mitarbeiter weniger Lohn bekommen sollen. Die Hafenarbeiter kritisieren, der GHB habe die Corona-Lage nur ausgenutzt, um Arbeitsplätze abzubauen.

Mehr Leiharbeiter kommen im Hafen zum Einsatz

Außerdem werden GHB-Arbeiter ihrer Ansicht nach von den anderen Hafenunternehmen gezielt weniger eingesetzt, um damit die Löhne zu drücken. Tatsächlich wurden im Hafen in den vergangenen Monaten mehr Mitarbeiter privater Leiharbeitsfirmen beschäftigt. Die Hafenunternehmen BLG und Eurogate begründen das damit, dass der GHB in der Vergangenheit nicht flexibel genug Personal zur Verfügung gestellt habe.

Rückblick: GHBV leitet Insolvenzverfahren ein: 1.300 Arbeitsplätze vor dem Aus?

Video vom 4. November 2020
In einem Hafen stehen Kräne. Im Vordergrund wird ein Container bewegt.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 5. Mai 2021, 6 Uhr