Bremer Hafenbetriebsverein GHBV bekommt ab Juni Nachfolgegesellschaft

  • Bis zu 1.000 Arbeitsplätze sollen erhalten werden
  • Betriebsrat befürchtet Personalmangel
  • GHBV meldete im vergangenen Jahr Insolvenz an
Schiff am Container-Terminal in Bremerhaven
Der GHB stellt Personal für die Arbeit im Hafen zur Verfügung. Bild: DPA | Petra Schumacher

Für den insolventen Gesamthafenbetriebsverein GHBV im Land Bremen soll es ab Juni eine Nachfolgegesellschaft geben. Der GHBV stellt flexibel Personal für die Arbeit im Hafen zur Verfügung. 90 Beschäftigte verlieren nach Informationen von buten un binnen aber ihre Jobs, 50 gehen in Altersteilzeit.

Bis zu 1.000 Arbeitsplätze sollen offenbar in der neuen Gesellschaft in Bremerhaven erhalten bleiben. In einem internen Schreiben an die Belegschaft, das buten un binnen vorliegt, befürchtet der Betriebsrat, dass das Personal nach den Kündigungen nicht mehr ausreicht. Leider müssten jetzt viele junge Familienväter gehen, heißt es in dem internen Schreiben. Ihnen werden der Wechsel in eine Transfergesellschaft oder Abfindungen angeboten.

Der Betriebsrat hat dennoch den Plänen zugestimmt, um den Weg für einen Nachfolge-Betrieb freizumachen. In den vergangenen Monaten hatte der GHBV schon Hunderte Schichten an Leiharbeitsfirmen im Hafen verloren, weil er laut Arbeitgebern nicht genügend Mitarbeiter stellen konnte.

Betriebsrat wollte Kürzungen zunächst nicht zustimmen

Ein erstes Rettungskonzept für den GHBV war gescheitert, weil der Betriebsrat Tarifkürzungen nicht akzeptieren wollte. Der Gesamthafenbetriebsverein, ein Bündnis aus dem Unternehmensverband der Bremischen Häfen und der Gewerkschaft Verdi, meldete schließlich Insolvenz an.

Aus Sicht des Insolvenzverwalters ist mit Abschluss der Verhandlungen mit den Arbeitnehmern nun ein Meilenstein erreicht. Auch die Gewerkschaft Verdi trägt den Sanierungsplan mit. Bis zum Sommer soll das Unternehmen saniert sein. Die Nachfolgegesellschaft ist als GmbH geplant.

Rückblick November: GHBV leitet Insolvenzverfahren ein

Video vom 4. November 2020
In einem Hafen stehen Kräne. Im Vordergrund wird ein Container bewegt.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 3. März 2021, 6 Uhr