Tödlicher Stromschlag: Sanierung Grund für Unglück in Bremer Praxis?

  • Türen eines Gebäudes mit Büros und Praxen stand unter Strom
  • Ein Mann starb und ein Feuerwehrmann musste reanimiert werden
  • Polizei prüft, ob Sanierungsarbeiten als Ursache in Frage kommen
Video vom 15. April 2021
Eine Eingangstür die mit einem Polizeisiegel verschlossen ist. Davor ist Absperrband zu sehen.
Bild: Radio Bremen

In einer Arztpraxis in Bremen-Horn-Lehe ist es wegen unter Strom stehender Türen am Mittwoch zu einem dramatischen Unglück mit einem Toten und zwei Verletzten gekommen. Wie Polizei und Feuerwehr am Donnerstag berichteten, starb ein 53-jähriger Arzt, nachdem er die Klinken der Türen berührt hatte. Bei den Wiederbelebungsmaßnahmen für den Mann erlitt auch ein Feuerwehrmann einen Stromschlag. Er musste danach ebenfalls reanimiert werden.

Polizei prüft, ob Sanierungsarbeiten Grund für Unglück sein könnten

Die Ursache für den Vorfall vom Mittwochnachmittag ist nach Angaben der Polizei noch unklar. Experten untersuchen jetzt, ob für den tragischen Vorfall möglicherweise kürzlich erfolgte Sanierungsarbeiten als Ursache in Frage kommen. Dies sei eine der Hypothesen, die geprüft würden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Laut Polizei erlitt zunächst eine 37-jährige Mitarbeiterin der Praxis einen Schlag, als sie die Klinken zweier benachbarter Türen berührte. Die Frau stürzte mit starken Schmerzen zu Boden, wurde aber nur leicht verletzt. Daraufhin fasste der Arzt, der das Geschehen mitbekommen hatte, ebenfalls beide Klinken an. Er erlitt einen tödlichen Stromschlag, auch eine Wiederbelebung blieb erfolglos.

Notfallseelsorger kümmerten sich um Tochter des Toten

Laut Feuerwehr und Polizei spielten sich während des Einsatzes in der Praxis in einem Ärzte- und Geschäftshaus dramatische Szenen ab. Bei der Reanimation des leblosen Arztes erlitt ein 32-jähriger Feuerwehrmann ebenfalls einen Stromschlag. Er musste wiederbelebt werden und kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik. Zugleich mussten sich die Retter um acht Kinder kümmern, die sich in der Praxis aufhielten. Nach Angaben der Feuerwehr befürchteten die Einsatzkräfte, dass weitere Türen unter Strom stehen könnten. Deshalb retteten sie die Kinder mit einer Drehleiter über ein Fenster aus dem Raum, in dem diese sich befanden.

In der Zwischenzeit brachten sie die eingeschlossenen Kinder dazu, sich von der Tür fernzuhalten. Unter anderem war außerdem die Tochter des verstorbenen Arztes in der Praxis anwesend und musste von einem Notfallseelsorger betreut werden. Auch mehrere weitere Menschen, die sich dort aufhielten, mussten von den Einsatzkräften versorgt werden.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 14. April 2021, 18 Uhr