Insel-Fähre bleibt erneut stundenlang im Watt stecken

  • 50 Menschen sitzen über mehrere Stunden fest
  • Fahrt dauert normal nur 45 Minuten
  • Fähre konnte die Fahrt mit dem Nachthochwasser fortsetzen
Die Fähre «Harlingerland» läuft am 18.10.2016 in den Hafen Harlesiel (Niedersachsen) ein. (Archivbild)
Die Fähre wurde bei dem ungewollten Zwischenstopp im Wattenmeer nicht beschädigt. Bild: DPA | TeleNewsNetwork

Die Natur sorgt immer wieder für Veränderungen im Wattenmeer. Das kann sich auch auf den Fahrplan der Inselfähren auswirken. Manchmal dauert die Überfahrt viel länger als geplant.

Eine Fähre mit 50 Menschen an Bord hat sich auf der Fahrt von der Insel Wangerooge zum Festland für mehrere Stunden im Watt festgefahren. Passagiere und Besatzung brauchten am Mittwoch viel Geduld, nachdem die "Harlingerland" bei ablaufendem Wasser auf einer Sandbank steckengeblieben war. Mit dem Nachthochwasser bekam das Schiff wieder genug Wasser unter den Kiel und konnte die Fahrt nach Harlingersiel aus eigener Kraft fortsetzen.

Kein Schaden am Schiff

Eine Gefahr für das Schiff und die Menschen habe nicht bestanden, es sei niemand verletzt und kein Schaden erkennbar, sagte eine Sprecherin der Wasserschutzpolizei am Donnerstag. Während der Wartezeit habe die Besatzung die Versorgung der 42 Passagiere sichergestellt.

In der Nacht hatten Beamte der Wasserschutzpolizei bereits erste Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Die Berufsgenossenschaft Verkehr sprach zunächst ein Weiterfahrverbot aus. Spezialisten sollten später das Schiff auf Fahrtauglichkeit untersuchen.

Fähre saß schon im Oktober 2016 fest

Die Wangerooge-Fähre hatte bereits im Oktober 2016 nach einem Navigationsfehler einen stundenlangen Zwangsaufenthalt im Watt mit mehr als 280 Passagieren hinter sich. Seenotretter brachten damals ein krankes Kind mit seinem Vater zurück zur Insel. Normalerweise dauert die Überfahrt nur rund 45 Minuten.

Fähren bleiben immer wieder im Wattenmeer zwischen dem Festland und den ostfriesischen Inseln stecken. Ursache der überwiegend harmlosen Havarien sind meistens niedrige Wasserstände bei Ostwind, Veränderungen der flachen und engen Fahrrinnen sowie Verlagerungen von Sand und Schlick durch Gezeiten, Strömungen und Stürme.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 21. Dezember 2017, 6 Uhr