Ermittler vermuteten Magnitz-Angreifer offenbar in Werders Ultra-Szene

  • "Süddeutsche Zeitung": Ultra-Gruppe stand im Fokus der Ermittler
  • Suche nach den Angreifern auf Bremer AfD-Chef verlief ohne Ergebnis
  • Ermittler gehen laut "SZ" von spontaner Tat aus
Werder Bremen Ultras
Laut "Süddeutscher Zeitung" konzentrierten sich die Ermittlungen im Fall Magnitz auf eine Ultra-Gruppierung von Werder Bremen (Symbolbild). Bild: DPA | Pressefoto ULMER/Claus Cremer

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet unter Berufung auf "Ermittlerkreise", dass sich die Ermittlungen im Fall Magnitz die meiste Zeit auf eine Ultra-Gruppierung von Werder Bremen fokussiert hätten. Die Bremer Staatsanwaltschaft betont auf Nachfrage von buten un binnen, man habe stets in alle Richtungen ermittelt. Zeitweise waren mehr als 20 Beamte an dem Fall dran – ohne Ergebnis, wie wir heute wissen. Am Freitag wurde bekannt, dass die Suche nach den Angreifern auf den Bremer AfD-Chef eingestellt wurden.

Die "Süddeutsche" berichtet außerdem, dass die Ermittler immer wieder mit Hilfe von Spezialisten des Bundeskriminalamtes (BKA) versucht hätten, die Qualität des Films der Überwachungskamera aufzubessern – mit wenig Erfolg. Kampfsportexperten hätten zudem die Bewegungsabläufe der Angreifer untersucht. Laut des Berichts seien sie zu dem Ergebnis gelangt, dass die Angreifer eher keine professionellen Kampfsportler seien. Am Ende seien die Ermittler von einer "spontanen, aus der Gelegenheit geborenen Tat ausgegangen".

Frank Magnitz  vor einer Hecke.
Der Bremer AfD-Chef Frank Magnitz war Anfang Januar angegriffen und verletzt worden.

Der Bremer AfD-Chef und Bundestagsabgeordnete, Frank Magnitz, war am 7. Januar von Unbekannten in der Nähe des Bremer Theaters am Goetheplatz angegriffen worden. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte kurze Zeit später Aufnahmen des Angriffs von einer Überwachungskamera. Zwischenzeitlich war auf der Internetplattform "Indymedia" auch ein vermeintliches Bekennerschreiben gepostet worden, das aber kurz darauf wieder gelöscht wurde. Die Hintergründe der Tat bleiben nun zumindest vorerst ungeklärt. Sollte es neue Hinweise geben, kann die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aber noch zehn Jahre lang wieder aufnehmen.

Video des Angriffs auf den Bremer AfD-Chef

Zwei Männer sind zu sehen, wie sie einen dritten Mann zu Boden schlagen.
Bild: Polizei Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 13. August 2019, 23:30 Uhr