3 Erdbeben schrecken Menschen im Landkreis Verden auf

  • Erdgasförderung ist laut Behörde wahrscheinlich die Ursache
  • Stärke der größeren Beben lag laut Behörde bei 3,0 und 3,1
  • Nach ersten Erkenntnissen wurde niemand verletzt
Eine Person schaut sich auf einem Bildschirm das Diagramm eines Seismographen an.
Im Landkreis Verden war ein leichtes Beben zu spüren. (Symbolbild) Bild: DPA | Martin Gerten

Nur wenige Stunden nach dem Erdbeben am Mittwochabend gab es einen weiteren, ähnlich starken Erdstoß im Landkreis Verden. Laut Polizei meldeten rund 30 Menschen die Erschütterungen bei der Polizei. Ähnlich viele hatten auch nach dem ersten Erdbeben am frühen Abend bei Polizei und Feuerwehr angerufen. Nach Polizeiangaben gab es bisher keine Meldungen über Verletzte, ein Anrufer habe Schäden an seinem Haus entdeckt.

Nur selten natürliche Beben im Raum Verden

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover (LBEG) bestätigte, dass die Erde um 18:28 Uhr bebte. Nach ersten Erkenntnissen geht man beim ersten Beben von einer Stärke von etwa 3,0 aus, das Erdbeben um 22:32 soll etwa eine Stärke von 3,1 gehabt haben. Zwischen den beiden stärkeren Beben zeichnete das LBEG um 20:52 Uhr einen weiteren Erdstoß auf, der mit einer Stärke von 1,5 jedoch für Menschen nicht spürbar war.

Das LBEG geht davon aus, dass Erdgasförderung wahrscheinlich die Ursache für die Beben ist. "Der Kreis Verden ist eigentlich kein Erdbebengebiet, dort gibt es nur sehr selten natürliche Beben", sagte ein Sprecher. Außerdem sei es ungewöhnlich, dass drei Beben in so kurzer Zeit passieren. Ein Fragebogen an die Anwohner auf der Internetseite des Landesamts soll nun dabei helfen, genauere Informationen zu sammeln.

SPD-Landtagsabgeordnete fordert Ende der Erdgasförderung

Für Dörte Liebetruht, SPD-Landtagsabgeordnete aus Verden, ist der Grund für die Erdbeben klar: "Aus meiner Sicht spricht alles dafür, dass der Grund für die aktuellen Erdbeben in unserer Region wie in der Vergangenheit wieder die Erdgasförderung ist. Es reicht." Nun müssten endlich Konsequenzen aus diesen Vorfällen gezogen werden. Über Parteigrenzen hinweg müssten Politiker jetzt auf Landes- und Bundesebene noch mehr Druck machen, "damit die Erdgasförderung in unserer dicht besiedelten Region um Bremen bald der Vergangenheit angehört".

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 20. November 2019, 22 Uhr