Zusteller streiken: Rund 2.400 Pakete bleiben liegen

  • Rund 40 Zusteller von DHL Delivery haben zwei Tage lang gestreikt
  • 2.400 Pakete in Bremen und 900 in Bremerhaven liegengeblieben
  • Verdi-Vertreter wirft DHL vor, Paketboten unter Druck gesetzt zu haben
Gruppe von Demonstranten vor einem Postgebäude
Schon Ende November 2017 hatten einige Paketzusteller im Land Bremen die Arbeit niedergelegt.

Den zweiten Tag in Folge haben Paketboten der Post-Tochter DHL Delivery in Bremen und Bremerhaven gestreikt. Rund 40 Zusteller haben sich laut Gewerkschaft Verdi daran beteiligt. An beiden Tagen zusammengenommen sind laut eines Post-Sprechers deshalb 2.400 Pakete in Bremen und 900 in Bremerhaven liegengeblieben. Sie sollen in den nächsten beiden Tagen nachgeliefert werden.

Die im Vergleich zum Vortag geringere Beteiligung am Streik in Bremen begründet Thomas Warner von Verdi damit, dass bei DHL Delivery Druck auf die Paketboten ausgeübt worden sei. Der Arbeitgeber habe gedroht, dass der Standort verlagert werden könne. Wenn die Beschäftigten Interesse daran hätten, dass ihre Arbeitsplätze erhalten blieben, sollten sie sich überlegen, ob sie sich am Streik beteiligen.

„Das ist beängstigend und kein guter Stil“, sagte Warner im Gespräch mit Radio Bremen. Angst schüren und ein Drohpotenzial aufbauen – insbesondere bei befristet Beschäftigten – sei unter dem Niveau eines Weltkonzerns.

Ein Sprecher der Post sagte, dass sein Unternehmen so etwas nicht mache. „Das schließen wir grundsätzlich aus.“ Gleichwohl werde er sich noch einmal erkundigen.

Für heute hat die Gewerkschaft die Beschäftigten des Speditions- und Logistikgewerbes sowie des Kurier- und Paketbereichs in Niedersachsen und Bremen außerdem zu einer Demonstration und einer Kundgebung in Hannover aufgerufen. Verdi fordert unter anderem 6,5 Prozent mehr Einkommen und eine neue Eingruppierung der Beschäftigten, die auf deren Erfahrung beruhen soll.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 23. Januar 2018,