Polizei löst Trauerfeier mit Corona-Infizierten in Nordenham auf

  • 80 Personen trafen sich in Nordenham zu Trauerfeier
  • Mehrere Gäste waren infiziert und standen unter Quarantäne
  • Teilnehmern drohen Ordnungswidrigkeits- und Strafverfahren
Ein Polizist trägt eine Atemschutzmaske.
Da mehrere Teilnehmer der Trauerfeier unter Quarantäne standen, musste die Polizei Schutzkleidung tragen. Bild: DPA | Stefan Sauer

Nach dem Tod einer mit dem Coronavirus infizierten 49-jährigen Frau haben sich am Dienstag verbotenerweise rund 80 Menschen zu einer Trauerfeier in Nordenham getroffen. Wie der Landkreis Wesermarsch mitteilte, waren darunter auch Personen, die unter Quarantäne standen und mitunter auch positiv auf das Virus getestet worden waren. "Dieses Fehlverhalten ist nicht akzeptabel", sagte Landrat Thomas Brückmann (parteilos) mit Blick auf die Veranstaltung. Er habe großes Verständnis für die Trauer einer Familie, sagte er. "Doch gerade der Tod der vorerkrankten Patientin im Anschluss an ihre Corona-Infektion macht auf tragische Weise deutlich, wie gefährlich das Virus ist." Umso wichtiger sei es, die Corona-Verordnungen einzuhalten. Das Fehlverhalten einiger gefährde die Gesundheit und mitunter gar das Leben anderer. Den Teilnehmern drohen Ordnungswidrigkeitsverfahren und Strafverfahren.

Die Polizei nahm die Personalien der Teilnehmer auf, die für die Feier am Dienstag aus der Wesermarsch, weiteren Regionen Deutschlands, aus Belgien und der Schweiz angereist waren. Wegen der unter Quarantäne stehenden Menschen trugen die Beamten Schutzausrüstung. Sie seien einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt gewesen, sagte der Leiter des Polizei-Kommissariats Nordenham, Patrick Hublitz. Ihm zufolge zeigten die Menschen auf der Trauerfeier keinerlei Einsicht. Alle Teilnehmer müssen in häusliche Quarantäne, die Behörden ermitteln weitere Kontaktpersonen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 18. Juni 2020, 16:45 Uhr