Corona-Mutation erstmals in Bremen und Bremerhaven nachgewiesen

  • Zwei Infektionen mit britischer Mutation nachgewiesen
  • Virus-Variante soll deutlich ansteckender sein
  • Fälle in Bremen und Bremerhaven aufgetreten
Video vom 26. Januar 2021
In einem Labor werden Corona-Tests untersucht.
Bild: Reuters | Maxim Shemetov
Bild: Reuters | Maxim Shemetov

In Bremen sind erstmals Infektionen mit der aus Großbritannien stammenden Coronavirus-Mutation nachgewiesen worden. Lukas Fuhrmann, Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts, bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Weser Kurier". Die Mutation soll um bis zu 70 Prozent ansteckender als das bisherige Virus sein. Virus-Mutationen sind allerdings völlig normal. Experten warnen daher immer wieder vor Hysterie. Der Bremer Virologe Andreas Dotzauer hatte bereits im Dezember erklärt: "Auf kurz oder lang wird diese Variante auch bei uns auftreten." Auch die Impfstoffe seien mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter wirksam. Ein Fall wurde in Bremen nachgewiesen, der andere in Bremerhaven. Laut Gesundheitsressort besteht kein Zusammenhang.

Selbstverständlich haben wir damit gerechnet, dass wir auch in Bremen die Virusvariante nachweisen werden. Die Gesundheitsämter in Bremen und Bremerhaven waren darauf auch vorbereitet.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke)

Nach Informationen von buten un binnen handelt es sich bei einer der bestätigten Infektionen mit der Corona-Virusvariante B.1.1.7 um die Beschäftigte einer Kita in Bremen. Sie befindet sich nun in Quarantäne. Außerdem wurden zwei direkte Kontaktpersonen positiv getestet, allerdings handelt sich dabei nicht um die Virus-Mutation. Die Infektionen wurden im Rahmen der Schultestungen in Bremen festgestellt. Drei Kitas wurden nun kurzfristig geschlossen. Alle betroffenen Personen werden durch das Gesundheitsamt erneut abgestrichen und dabei auch auf die neue Virusvariante getestet, teilte das Gesundheitsressort mit.

Senat berät weitere Maßnahmen

Die andere Infektion mit einer Mutation wurde laut Gesundheitsressort bei einer Kontaktperson einer Bremerhavener Reiserückkehrerin aus Großbritannien registriert. Die Einreisende sei zuvor negativ getestet worden. Mittlerweile ist laut Gesundheitsressort auch eine weitere Kontaktperson positiv getestet worden. Auch diese Probe wird nun auf die Mutation untersucht.

"Wir handeln jetzt schnell und entschlossen, um mögliche Ansteckungen im Umfeld der nachgewiesenen Fälle zu erkennen und Infektionsketten sofort zu unterbrechen", versprach Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). "Morgen und auch in den kommenden Tagen wird der Senat zusammenkommen, um über weitergehende notwendige Maßnahmen zu beraten." Unklar ist, wie verbreitet die Mutation bereits in Bremen ist, da Proben nicht regelmäßig darauf untersucht werden.

Bremer Virologe: Das mutierte Virus ist aggressiver

Video vom 19. Januar 2021
Eine Virologin testet das mutatierende Virus im Labor.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 26. Januar 2021, 19:30 Uhr