Polizei vermutet organisierte Kriminalität hinter Drogen-Plantage

In Bremen-Sebaldsbrück hat die Polizei rund 10.000 Cannabis-Pflanzen entdeckt – einer der größten Funde in Bremen. Laut Polizei setzt eine solche Plantage hohe Investitionen voraus.

In einer von der Polizei aufgedeckten Haschplantage werden von einem Beamten Beweise gesichert.

Am Donnerstagmorgen haben Ermittler der Polizei den Bunker im Bremer Ortsteil Sebaldsbrück durchsucht. Was die Beamten entdeckten, sehen selbst erfahrene Drogenfahnder nicht jeden Tag: Auf mehreren Etagen haben die Täter mehrere tausend Cannabispflanzen angebaut. Nach ersten Schätzungen sind es sogar rund 10.000 Pflanzen. Der Chef des Landeskriminalamtes, Daniel Heinke, vergleicht das Innere des Bunkers deshalb auch mit einem kleineren Gärtnereibetrieb.

Das müssen sie sich vorstellen – tatsächlich in Form eines kleineren Gärtnereibetriebes. Das sind sehr erfahrene Menschen, die sehr präzise arbeiten, sehr große Summen auch selber investieren. Und natürlich von dem Ausblick auf große Profite auch angelockt werden.

Daniel Heinke, Landeskriminalamt Bremen

Auch im bundesweiten Vergleich sei der Fund keine kleine Nummer, sagen Ermittler. Die Polizei Bremen geht davon aus, dass die Auftraggeber aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität stammen. Gleichzeitig sind aber noch viele Fragen offen. Denn wie lange in dem Bunker schon Cannabis angebaut wird, wissen die Ermittler noch nicht. Auch zu den Tatverdächtigen können Polizei und Staatsanwaltschaft noch nicht viel sagen. Ob es sich um eine Bande oder Einzeltäter handelt ist noch unklar, heißt es.

Die Ermittlungen werden laut dem Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, Frank Passade, auch noch einige Zeit dauern. Die Pflanzen müssten zunächst auf ihren Wirkstoffgehalt untersucht werden. Die Täter müssen wohl mit einer Gefängnisstrafe rechnen, wenn sie gefasst werden. "Bei einer derart großen Plantage ist man relativ schnell im Verbrechenstatbestand drin. Je nachdem, wie sich das gestaltet, gibt es einen Strafrahmen, der Mindeststrafen vorsieht. Das fängt an bei mindestens einem Jahr, kann aber, wenn Sie mehrere Beschuldigte haben und eine Bande annehmen müssen, dahin führen, dass man eine Mindeststrafe von fünf Jahren bekommt – maximal 15 Jahre."

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. November 2018, 19:30 Uhr