Gewerkschaft bricht Gespräche über Schließung von Bremer Bosch-Werk ab

  • Werksleitung besteht laut IG Metall auf Schließung Ende 2020
  • Kein neuer Gesprächstermin
  • IG Metall kündigt Warnstreik an
Arbeiter mit IG Metall Fahne vor Bosch Werk
Keine weiteren Gespräche: Die IG Metall droht mit einem Warnstreik. Bild: Imago | Imagebroker

Die IG Metall hat die Gespräche mit der Leitung des Bremer Bosch-Werks zur Schließung der Produktion in Huchting abgebrochen. "Die Werksleitung besteht auf eine Schließung Ende 2020. Das ist für uns nicht akzeptabel", sagte der Bremer IG Metall-Geschäftsführer Volker Stahmann zu buten un binnen. Die Verhandlungen am Donnerstag seien zäh gewesen. "Jetzt bereiten wir uns auf einen Warnstreik vor, dann kommt hoffentlich noch einmal Bewegung in die Sache." Bosch hofft weiter auf Gespräche. "Wir sind nach wie vor zuversichtlich, die Verhandlungen im Januar fortsetzen zu können", sagte Geschäftsführer Gilles Dubois. "Wir haben weiterhin das Ziel für unsere Mitarbeiter zu einem guten Verhandlungsergebnis zu kommen und ihnen zügig Gewissheit zu verschaffen."

Das Werk in Huchting schreibt seit Jahren Verluste, Teile der Produktion wurden bereits ins Ausland verlagert. Jetzt soll sie komplett nach Ungarn gehen. "Trotz laufender Aufträge und möglicher Beschäftigung bis Ende 2023", moniert die IG Metall.

Warnstreik droht im kommenden Jahr

Laut Stahmann ist das aber nicht der einzige Knackpunkt: Die Gewerkschaft fordert nämlich auch einen Bonus nur für IG Metall-Mitglieder. Schließlich habe die Werksleitung "in der Vergangenheit kein Problem mit ausschließlich für Gewerkschaftsmitglieder geltende Regelungen" gehabt.

Am Freitag soll die Belegschaft informiert werden. Der Warnstreik findet Stahmanns Angaben zufolge im kommenden Jahr statt. Einen weiteren Gesprächstermin habe man bewusst nicht abgemacht.

Das geplante Ende des Bosch-Werkes in Huchting ist vor allem für den Stadtteil ein schwerer Schlag. Denn von den rund 400 Stellen sollen nur 30 übrig bleiben. In Bremen sollen dann nur noch neue Produkte entwickelt werden. Die Produktion selbst soll nach Ungarn verlagert werden.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 19. Dezember 2019, 19 Uhr