Betrugsfall um angeblich lebenswichtige Medikamente in Bremerhaven

Ein Geldautomat, der Geld herausgibt.
Das Bremerhavener Betrugsopfer hob einen hohen Bargeldbetrag ab und händigte ihn Tätern aus. Bild: Radio Bremen
  • Bremerhavenerin verliert hohen Geldbetrag an Betrüger
  • Täter behaupten: Vater im Krankenhaus brauche lebensrettende Medikamente
  • Polizei bittet um Hinweise und warnt vor Betrugsmasche

Eine Frau aus Bremerhaven ist Opfer eines Betrugsfalls um angeblich lebenswichtige Medikamente geworden. Dabei verlor die Bremerhavenerin einen hohen Bargeldbetrag, wie die Polizei mitteilt. Demnach gab sich ein Anrufer als Professor aus und berichtete, dass ihr Vater auf der Intensivstation liege und dringend ein lebensrettendes Medikament benötige. Dieses werde aber erst in wenigen Wochen zugelassen, sodass die Bremerhavenerin die Kosten für das Medikament vorstrecken müsse. Später würde sie das Geld von der Krankenkasse zurückerhalten. Da sich ihr Vater tatsächlich im Krankenhaus aufhielt, willigte sie ein und hob den hohen Bargeldbetrag bei einer Bank ab. Der Anrufer, der Deutsch mit Akzent sprach, hielt dabei immer wieder Kontakt zu der Bremerhavenerin.

Geldübergabe an angebliche Hubschrauberpilotin

Die Geldübergabe sollte schließlich an der Schiffdorfer Chaussee unweit eines Einkaufszentrums stattfinden. Die Bremerhavenerin sollte die hohe Summe einer vermeintlichen Hubschrauberpilotin überreichen. Gegen 11:15 Uhr traf die Bremerhavenerin am vereinbarten Treffpunkt auf eine Frau, die das Geld an sich nahm. Kurz nach der Geldübergabe begab sich das Betrugsopfer in ein nahegelegenes Krankenhaus, um sich über den Gesundheitszustand des Vaters zu informieren. Hier erfuhr sie, dass der Vater wie zuvor auf einer Normalstation liege und es ihm verhältnismäßig gut gehe. Ein Notfall wie am Telefon geschildert hatte nie vorgelegen. Daraufhin begab sich die Bremerhavenerin zur Polizei und erstattete Anzeige.

Polizei warnt und bittet um Hinweise

Eine sofort eingeleitete Fahndung nach der Geldbotin verlief negativ. Die Frau wird wie folgt beschrieben: ca. 40 bis 50 Jahre alt, rund 1,65 Meter groß und leicht korpulent. Ihre dunklen, schulterlangen Haare wurden zu einem Zopf gebunden. Sie war bekleidet mit hellblauen Jeans, einer weißen Bluse, einem blauen Cap mit Aufschrift, Turnschuhen und einem weißen Mund-Nasen-Schutz. Zudem sprach die Frau Deutsch mit nicht näher definiertem ausländischem Akzent. Die Polizei bittet um Hinweise und rät bei derartigen Anrufen unter anderem zu Misstrauen und dazu, Rücksprache zu halten sowie kein Bargeld an fremde Personen zu ergeben und die Polizei zu verständigen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 4. Juni 2021, 23:30 Uhr