Lokführerstreik beeinträchtigt Bahnverkehr von und nach Bremen massiv

Audio vom 11. August 2021
Die Halle des Bremer Hauptbahnhofs, auf der Anzeigetafel werden Zugausfälle verkündet.
Bild: Radio Bremen | Fabian Metzner
Bild: Radio Bremen | Fabian Metzner
  • GDL-Lokführer der Deutschen Bahn streiken
  • Bahn hat Ersatzfahrplan für Mittwoch und Donnerstag veröffentlicht
  • Unternehmen erwartet massive Ausfälle

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat zum Streik bei der Deutschen Bahn aufgerufen. Am frühen Mittwochmorgen sind nach Angaben der Deutschen Bahn auch in Niedersachsen und Bremen zahlreiche Lokführer im Personenverkehr in den Streik getreten.

Begonnen hat der Streik am Dienstagabend um 19.00 Uhr im Güterverkehr. Gegen 2 Uhr am Mittwochmorgen begann dann ein bundesweiter 48-stündiger Streik im Personenverkehr. Er soll bis Freitagmorgen um 2:00 Uhr dauern.

Erste Auswirkungen sind bereits spürbar.

Sprecherin der Deutschen Bahn

Bahn rechnet mit starken Einschränkungen

Die Bahn hat inzwischen einen Ersatzfahrplan aufgestellt. Danach werden Mittwoch und Donnerstag etwa 75 Prozent der Fernzüge ausfallen. Die Bahn versucht auf den Hauptstrecken – darunter auch die Verbindung von Hamburg über Bremen nach Köln – alle zwei Stunden einen besonders langen Zug fahren zu lassen. Eine Garantie, dass diese Züge auch fahren, gibt es aber nicht, so die Bahn. Das Unternehmen bitte daher alle Fahrgäste, die nicht zwingend fahren müssen, ihre Reise zu verschieben. Nach derzeitigem Stand werden am Mittwoch nur Fernzüge über Bremen fahren, die in Hamburg beginnen und in Köln enden – oder andersrum.

Der Regionalverkehr wird nach Angaben der Bahn ebenfalls massiv eingeschränkt. Je nach Region könne das Angebot stark schwanken. Die Bahn versucht, ein Grundangebot für Schüler und Pendler beizubehalten. So sollen die Züge zwischen Bremen und Oldenburg im Zweistundentakt fahren. Auch die Strecke zwischen Bremerhaven und Osnabrück soll im Zweistundentakt bedient werden. Zwischen Cuxhaven und Hamburg will die Bahn ebenfalls alle zwei Stunden einen Zug einsetzen. Eine Garantie, dass diese Züge im Regionalverkehr so fahren, gibt es allerdings – wie auch beim Fernverkehr – nicht.

Mögliche Auswirkungen auch auf andere Bahnunternehmen

Bestreikt wird nur die Deutsche Bahn, der Streik könnte aber auch Auswirkungen auf andere Anbieter im Regionalverkehr haben, sagte ein Sprecher der Nordwestbahn. Da auch Stellwerke bestreikt werden, sei es möglich, dass auch die Züge der Nordwestbahn nicht auf die Strecke kommen. Bislang laufe aber alles reibungslos, so die Nordwestbahn.

Wer ein Ticket für den Fernverkehr während des Streiks gekauft hat, kann dieses laut Bahn kostenlos auf einen anderen Tag umbuchen. Hierfür sollte man sich per Hotline bei der Bahn melden oder im Reisezentrum nachfragen.

Gewerkschaft fordert mehr Gehalt für Lokführer

Der Fahrgastverband Pro Bahn in Niedersachsen und Bremen kritisierte den Arbeitskampf als unpassend: "Die GDL hat natürlich das Recht zu streiken. Nichtsdestotrotz ist das jetzt wegen Corona sehr ärgerlich – wir sind in einer Situation, in der die Leute gerade wieder zur Bahn zurückkehren. Gibt es keine anderen Wege, sich zu einigen?" Kunden wurden aufgerufen, ihre Rechte auf Entschädigung oder Rückerstattung zu nutzen. Besonders in ländlichen Gebieten, in denen das Angebot ohnehin ausgedünnt worden sei, hätten sie durch den Bahnstreik Probleme.

Insgesamt ist die Stimmung alles andere als gut.

Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn

Bei einer Urabstimmung der GDL hatten 95 Prozent der teilnehmenden Mitglieder für einen Arbeitskampf votiert. Damit sei die notwendige Zustimmung von 75 Prozent weit übertroffen worden, erläuterte Weselsky. Die GDL will nach seinen Worten eine Nullrunde im laufenden Jahr nicht akzeptieren und verlangt eine deutliche Corona-Prämie, sowie Einkommenssteigerungen von 3,2 Prozent bei einer Laufzeit von 28 Monaten. 

Bahnstreik: 75 Prozent der Fernzüge gestrichen

Video vom 10. August 2021
Die Halle des Bremer Hauptbahnhofs, auf der Anzeigetafel werden Zugausfälle verkündet.
Bild: Radio Bremen | Fabian Metzner
Bild: Radio Bremen | Fabian Metzner

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. August 2021, 19:30 Uhr