Prozessauftakt um tödliche Schüsse in Oldenburg

  • Mann aus Oldenburg ist unter anderem wegen Totschlags angeklagt
  • Er soll im Juli 2017 einen Mann erschossen und einen schwer verletzt haben
  • Spuren des Falls führen möglicherweise ins Rockermilieu und nach Bremen
Ein Mann betritt ein Gerichtsgebäude in Oldenburg.
Für den Prozess in Oldenburg sind zunächst neun Verhandlungstage angesetzt. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

In Oldenburg hat ein Prozess um eine tödliche Schießerei in einer Firma begonnen. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen muss sich ein 38-jähriger Mann vor Gericht verantworten. Er soll im vergangenen Sommer einen Mann erschossen und einen weiteren schwer verletzt haben. Spuren dieses Falls führen offenbar ins Rockermilieu und nach Bremen.

Die Verbrechen, um die es in diesem Prozess geht, ereigneten sich im Juli 2017. Laut Staatsanwaltschaft ist Folgendes passiert: Der Angeklagte betritt die Büros der Trockenbaufirma Cakici im Stadtteil Donnerschwee und gerät in einen Streit mit zwei Männern. Einen von ihnen erschießt der Angeklagte schließlich, den anderen schlägt er mit seiner Pistole nieder und verletzt ihn dabei schwer. Dass er nicht auch tot ist, liegt aus Sicht der Staatsanwaltschaft nur daran, dass die Waffe des Angreifers leergeschossen war. Dieser ließ sich hinterher widerstandslos festnehmen und saß bis zum Prozessbeginn in Untersuchungshaft.

Welche Rolle spielt die Handgranate in der Vahr?

Die Polizei vermutet, dass hinter dem tödlichen Angriff in Oldenburg ein Streit im Rockermilieu steckt. Denn bei den beiden Opfern handelt es sich um den Onkel und den Vater eines ehemaligen Mitglieds des Rockerklubs Hells Angels Rezan Cakici. Er verschwand spurlos nur wenige Wochen vor dem Angriff in Oldenburg. Möglicherweise führt eine Spur in diesem Fall auch nach Bremen. Denn im November explodierte im Stadtteil Vahr eine Handgranate unter einem Auto. Es gehörte Cakicis Vater, der den Angriff in Oldenburg schwer verletzt überlebte. Die Polizei vermutet, dass die Explosion eine Warnung an die Adresse von Rezan Cakici war.

Angeklagt ist der mutmaßliche Schütze nicht wegen Mordes, sondern wegen Totschlags. Denn nach Aussage des Landgerichts fehlen bei dieser Tat Mordmerkmale wie Habgier oder Heimtücke.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 12. Januar 2018, 8 Uhr