Fall Magnitz: Was wir wissen – und was nicht

Wer sind die Unbekannten, die Magnitz angriffen? Was war ihr Motiv? Diesen Fragen gehen die Ermittler derzeit nach. Ein Überblick über unseren aktuellen Wissensstand.

An einem Durchgang am Theater Bremen wurde Frank Magnitz angegriffen.
An diesem Ort wurde Frank Magnitz am Montagabend angegriffen. Bild: DPA | Helmut Reuter

Am frühen Montagabend ist der Bremer AfD-Chef, Frank Magnitz, angegriffen worden. Bisher sind die Hintergründe der Tat noch unklar. Hier haben wir aufgelistet, was wir wissen – und was nicht.

1 Das wissen wir

Der Bremer AfD-Chef und Bundestagsabgeordnete, Frank Magnitz, war am Montagabend auf dem Neujahrsempfang des "Weser-Kurier". Auf dem Heimweg wurde er von unbekannten Tätern angegriffen. Laut seiner eigenen Darstellung war er zwischen Kunsthalle und dem Bremer Theater kurz bei einer Kundgebung stehen geblieben. Linke Gruppierungen hatten dort eine Gedenkveranstaltung für den 2005 in Polizeigewahrsam nach dem Einsatz von Brechmitteln verstorbenen Asylbewerber Laye-Alama Condé abgehalten.

Als Magnitz dann einen Durchgang am Theater passierte, um zu seinem geparkten Auto zu gelangen, wurde er von drei Vermummten verfolgt. Ein Überwachungsvideo zeigt laut Staatsanwaltschaft drei Männer, einer habe Magnitz von hinten angesprungen. Daraufhin sei der 66-Jährige gestürzt und ungebremst mit dem Kopf aufgeschlagen. "Wir gehen davon aus, dass die gesamten Verletzungen allein dem Sturz geschuldet sind", sagte der Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, Frank Passade. Damit widersprechen die Ermittler der Darstellung der AfD. Die Parteikollegen von Magnitz hatten nach dem Bekanntwerden des Angriffs von einem "Mordanschlag" gesprochen, bei dem ein Kantholz zum Einsatz gekommen sei. Außerdem hätten die Täter auf Magnitz eingetreten als er am Boden lag, bis er bewusstlos war.

2 Das wissen wir nicht

Wir wissen nicht, was das Motiv für den Angriff war. Magnitz hatte selbst gegenüber der "Bild"-Zeitung gesagt, dass es sich auch um einen Raubüberfall handeln könnte. Auch wenn der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen hat, ermittelt die Polizei in alle Richtungen, wie sie sagt. Sobald einer Straftat ein politischer Hintergrund zu Grunde liegen könnte, übernimmt der Staatsschutz. Das bedeutet demnach nicht, dass die Ermittler zwingend von einem politischen Hintergrund ausgehen.

Vor allem wissen wir aber nicht, wer die Täter sind. Ob sie tatsächlich Teilnehmer der Gedenkkundgbung waren und aus der linken Szene kommen – das ist bislang reine Spekulation. Die Organisatoren der Demo distanzierten sich von der Tat.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. Januar 2019, 19:30 Uhr