Airbus-Betriebsrat verurteilt angekündigten Stellenabbau

  • Airbus will in deutschen Werken etwa 5.100 Stellen streichen
  • Weltweit sollen insgesamt 15.000 Arbeitsplätze gestrichen werden
  • Wie stark das Bremer Werk betroffen sein wird, ist noch unklar
Video vom 1. Juli 2020
Vorsitzender des Airbus Gesamtbetriebsrates Jan-Marcus Hinz im Studio von buten un binnen zum Interview.

Der Konzernbetriebsrat von Airbus hat den geplanten Stellenabbau bei dem Unternehmen verurteilt. Dadurch werde die "Substanz des Unternehmens kaputt gespart", heißt es in einer Stellungnahme. Die Arbeitnehmervertreter verlangen den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und den Erhalt aller Standorte. Außerdem müsse die Bundesregierung das Kurzarbeitergeld auf 24 Monate verlängern.

Die Belegschaft selbst sei zu kollektiven Arbeitszeitverkürzungen bereit, teilte der Betriebrat mit. Am Nachmittag ist ein Krisentreffen mit Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke) geplant. Airbus hatte angekündigt, allein in Deutschland 5.100 Stellen abzubauen. Was das für die Beschäftigten in Bremen bedeutet, sollen sie in den kommenden Tagen erfahren.

4.500 Menschen arbeiten in Bremen bei Airbus

Nach Hamburg-Finkenwerder ist Bremen der größte Standort in Deutschland. 4.500 Menschen arbeiten hier für Airbus und die Tochter Premium Aerotec, rund 2.400 davon im zivilen Flugzeubau, der vom Stellenabbau besonders betroffen sein soll.

Auch die IG Metall hatte zuletzt aber vor Einsparungen auch in anderen Bereichen gewarnt. Dies werde man nicht kampflos hinzunehmen. Der Flugzeugbauer hat betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. Man suche aber nach sozialen Lösungen wie freiwilliges Ausscheiden und Vorruhestand. Auch die Politik soll helfen. Airbus regt nämlich "längerfristige Kurzarbeitsregelungen" an.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 30. Juni 2020, 20 Uhr