Jahresrückblick: 11 kuriose Meldungen aus Bremen, Bremerhaven und umzu

Collage aus verschiedenen Bidlern, unter anderem ein Waran, eine Betontreppe, ein Seehund, Fynn Kliemann und eine Straßenbahn.
In Bremen und Bremerhaven haben sich im Jahr 2021 einige kuriose Geschichten abgespielt. Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich/Sina Schuldt, Klimahaus Bremerhaven, Polizei Bremerhaven, Zoll Hamburg, Polizei Bremen, Radio Bremen / Martin von Minden

Kleine Häuser, große Verbrechen, eine ausgebüxte Echse und wilde Tiere unter Menschen. Ein Jahresrückblick mit den kuriosesten Geschichten aus Bremen und umzu.

1 Fynn Kliemann kauft kleinstes Haus Bremens

Youtuber Fynn Kliemann kauft das kleinste Haus Bremens. Das gerade mal sieben Quadratmeter kleine Gebäude im Schnoorviertel war für 77.777 Euro inseriert. Mit einem Kaufpreis von 11.111 Euro pro Quadratmeter ist es damit teurer als so manches Appartement in Manhattan. Für Kliemann aber ist der Schnoor schließlich "das geilste Viertel der Welt" mit ganz viel "Harry Potter"-Charme. Aus dem kleinen Schmuckstück soll nun eine ganz besondere Ferienwohnung werden.

2 Jugendliche klauen Straßenbahn

Niemals die Schlüssel strecken lassen – das gilt auch für Straßenbahnen. Ende April haben in Bremen zwei Jugendliche eine Bahn der Linie 10 entführt. Das leere Fahrzeug stand nachts kurze Zeit unbeaufsichtigt an der Endhaltestelle in Gröpelingen. Nach zwei Kilometern Richtung Innenstadt flüchteten die Täter, wurden jedoch kurz darauf von der Polizei aufgegriffen. Kein Dumme-Jungen-Streich: Störung öffentlicher Betriebe, Hausfriedensbruch und Fahren ohne Fahrerlaubnis lautet die Anklage.

3 Einjähriger bringt Notrufzentrale in Aufruhr

Ein Baby hat ein Handy in der Hand.
Wählen kann ein Kleinkind schon – nur trifft es den Angerufenen eher zufällig. (Symbolbild) Bild: DPA | picture alliance / Everett Collection | ©Focus Features/Courtesy Everett Collection

Im Juli gingen in der Notrufzentrale in Bremerhaven nacheinander mehrere Anrufe ein. Doch am anderen Ende meldete sich niemand. Lediglich im Hintergrund waren die Stimmen eines Mannes, einer Frau und von Kindern zu hören. Da eine Notsituation nicht ausgeschlossen werden konnte, ermittelte die Polizei den Anschlussort und rückte mit einem Streifenwagen aus. Die Beamten trafen auf eine überraschte Familie – mit einem pfiffigen Einjährigen.

4 Einsame Party in Bremerhaven

Im Juli häufen sich die kuriosen Geschichten aus Bremerhaven. Da darf diese einsame Party auf keinen Fall in der Liste fehlen. Auf Grund von lautstarker nächtlicher Musik riefen Anwohner die Polizei. Als auf Klopfen niemand öffnete, brach die Feuerwehr die Tür auf und fand eine leere Wohnung vor. Lediglich ein sogenannter Smart-Speaker stand im Badezimmer und unterhielt die Nachbarschaft in voller Lautstärke durch das gekippte Fenster. Warum sich der Lautsprecher mitten in der Nacht aktiviert hatte, ist ungeklärt.

5 Ausgebüxter Waran im Bremerhavener Klimahaus

Im Juli war im Klimahaus ein Waran-Weibchen ausgebüxt. Zwar sind Warane für Menschen eigentlich eher ungefährlich, können jedoch zuschnappen, wenn sie in die Enge getrieben werden. Die Ausstellung wurde dichtgemacht. Mit Wärmebildkameras und Ködern gingen die Tierpfleger auf die Suche, die trotz großer Mühe drei Tage dauerte. Entdeckt wurde die Echse schließlich mit einer Rohrkamera im Unterboden des Kameruner Regenwaldes. Dort hatte es sich die Waran-Dame gemütlich gemacht.

6 Radioaktiver Urin sorgt für Einsatz in Verden

Im September rückten 130 Beamte zu einem Wertstoffhof in Verden aus. Dort schlug plötzliche das Strahlenmessgerät eines Mitarbeiters aus – auf der Toilette. Sofort wurde die Feuerwehr alarmiert, ein Großeinsatz war ausgelöst. Die Max-Planck-Straße war in Teilen für rund zweieinhalb Stunden gesperrt. Schließlich stellte sich heraus: Ein Kunde des Wertstoffhofs hatte am Morgen Kontrastmittel von seinem Arzt gespritzt bekommen und dieses beim Pinkeln ausgeschieden – und das Messgerät zeigte Radioaktivität an.

7 Koks am Strand – viel Koks am Strand

Am Strand von Baltrum sichert der Zoll mehrere Rucksäcke mit Koks
Im September wurden am Strand von Baltrum 25 Kilogramm Kokain im Wert von zwei Millionen Euro angespült. Bild: Zoll Hamburg

Mit dem Herbst und seinen Stürmen bricht die beste Zeit zum Bernstein suchen an. Im September fanden Spaziergänger dabei auf Baltrum jedoch noch etwas ganz Anderes von Wert: einen Seesack, gefüllt mit 25 Kilogramm Kokain. Vermutlich hatten Schmuggler die Ware in wasserdichte Seesäcke verpackt und über Bord geworfen, um Hafen-Kontrollen zu entgehen. Rund zwei Millionen Euro gingen den Schmugglern bei der gescheiterten Übergabe durchs Netz.

8 Noch was mit Tieren in Bremerhaven

Ende Oktober fand eine Passantin den kleinen erschöpften Seehund an der Uferböschung der Straße "Am Seedeich". Die Polizei übergab in an die Seehundstation, die ihn "Piet" taufte. Das kommt laut Polizei vom griechischen Namen Petros und bedeute Fels oder Stein, passend zum Fundort des Tieres. Aber hoppala: Jetzt heißt die Dame "Pieta". Das Tier entpuppte sich als Seehund-Dame. So oder so – sie fraß ausreichend und entwickelte sich in den Händen der Pfleger gut.

9 Weltrekord trotz Panne

Anfang Oktober wollten sechs Fallschirmspringer einen neuen Weltrekord aufstellen. Eine Deutschlandfahne so groß wie ein Fußballfeld sollte im Sprung am Himmel ausgebreitet werden – insgesamt 6.341,85 Quadratmeter groß. Mit von der Partie waren Horst Salmen aus Stuhr und Stefan Scheper aus Weyhe. Verpackt war die übergroße Deutschlandfahne in einem 300 Kilogramm schweren Paket. Nach dem Sprung sollte sie eigentlich auf dem Boden ausgelegt werden. Das missglückte aber, da sich die Fahne in 20 bis 25 Metern Höhe in einem nahegelegenen Waldstück verfing. Der Rekord wurde trotzdem geschafft.

10 Kängurus im Umland

Es ist durchaus kurios, wenn man angesichts der Anzahl an Känguru-Meldungen im Jahr 2021 genauer darüber nachdenkt, wie viele der eigentlich im warmen Australien beheimateten Beuteltiere im Umland von Bremen wohl gehalten werden – und warum. So amüsant die Meldung von einem entlaufenen Känguru ist, so traurig war es auch: Ein ausgebüxtes Känguru kam nämlich in "Freiheit" ums Leben. Man geht davon aus, dass das Tier etwas Falsches gefressen hat und daran gestorben ist.

11 Betontreppe auf der A1 verloren

Auf der Straße fliegt allerlei Zeug herum, doch im Oktober landete etwas auf der Autobahn, was selten verloren geht: eine sechs Tonnen schwere Treppe. Einem Sattelzug rutschte sie auf Höhe der Abfahrt Mahndorf vom Auflieger. Noch über 100 Meter schleifte er es hinter sich her. Ob die Treppe noch verbaut, oder sie als B-Ware vertickt wurde, ist offen.

Autorinnen und Autoren

  • Frederick Dumke Studentischer Redakteur
  • Rena Lossau Studentische Redakteurin
  • Maike Piesker Studentische Redakteurin
  • Emily Löhmann Studentische Redakteurin
  • Johanna Kroke Studentische Redakteurin