Klingbeil und IG Bau kritisieren mögliche Mieterhöhung bei Vonovia

Ein Mietshaus der Vonovia in Bremen-Schwachhausen

Vonovia kündigt Mieterhöhungen an – auch Mieter in Bremen betroffen

Bild: Radio Bremen | Sarah Kumpf
  • Kritik an Mieterhöhung bei Vonovia reißt nicht ab
  • IG Bau-Chef mahnt: Vermieter müssen helfen, sozialen Frieden zu wahren
  • 11.000 Wohnungen der Vonovia sind in Bremen, 50 in Bremerhaven

Nach der Ankündigung möglicher Mietererhöhungen bei Vonovia reißt die Kritik an dem Wohnungskonzern nicht ab. Eine Anhebung der Mieten sei derzeit "absolut unverantwortlich", sagte SPD-Chef Lars Klingbeil den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Sonntag.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) sprach von einer "inflationären Unverschämtheit" von Deutschlands größtem Vermieter. Der Immobilienriese besitzt rund 565.000 Wohnungen, die meisten davon in Deutschland. Allein 11.000 davon befinden sich in Bremen, knapp 50 in Bremerhaven.

In der vergangenen Woche hatte der Vonovia-Vorstandsvorsitzende Rolf Buch höhere Mieten für den Fall anhaltend hoher Inflation angekündigt. Klingbeil betonte: "Wir sind gerade gefordert, als Land in dieser schwierigen Situation zusammenzustehen." Dies sei eine nationale Anstrengung.

Wenn Vonovia aber in dieser Lage darüber nachdenkt, wie es seinen Profit noch weiter steigern kann, stellt sich das Unternehmen ins Abseits.

Lars Klingbeil, Parteivorsitzender der SPD

IG-Bau-Chef Robert Feiger sagte den Funke-Zeitungen: "Vonovia macht die Mieter zu Sonderopfern der Inflation." Die Ankündigung ziele auf eine Gewinnmaximierung auf Kosten der Mieter. Gerade Vermieter müssten dazu beitragen, den sozialen Frieden zu wahren.

Einen Fehler muss Deutschland jetzt vermeiden: Großvermieter dürfen die Inflation nicht weiter anheizen. Sie dürfen nicht über die Mietschraube weiter an der Inflationsspirale drehen.

Robert Feiger, IC-Bau-Chef

In den vergangenen Tagen hatten bereits Sozialverbände und der Deutsche Mieterbund Kritik an Vonovia geübt. "Dass Mieterinnen und Mieter für den eingebrochenen Aktienkurs von Vonovia und höhere Zinsen am Kapitalmarkt herhalten müssen, zeigt, dass die Geschäftsmodelle börsennotierter Wohnungskonzerne unsozial und spekulativ sind", hatte Mieterbund-Präsident Lukas Siebenkotten erklärt.

Die durchschnittliche Miete bei Vonovia erhöhte sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Schnitt auf 7,40 Euro pro Quadratmeter – das waren 3,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dies liegt noch deutlich unter der derzeitigen Inflationsrate von knapp acht Prozent.

Bremer machen sich gegen Wohnungsgesellschaft Vonovia stark

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 1. Juni 2022, 7 Uhr