Bremer Gastronomieverband fordert neue Corona-Richtwerte

Gäste sitzen im Innen- und Außenbereich eines Restaurants (Symbolbild)
Bild: DPA | Annette Riedl
  • 3G-Regel ab Ende Oktober Voraussetzung für viele Aktivitäten in Innenräumen
  • Schnelltests ab Oktober nicht mehr kostenlos
  • Sozialverband befürchtet Einschränkungen für Ärmere

Mehrere Verbände und Gewerkschaften haben die am Dienstag beschlossenen, neuen Corona-Regeln kritisiert. Auch in Bremen. Ab Ende August sind für viele Aktivitäten in Innenräumen für Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene wieder negative Corona-Tests nötig. Die Länder können von der Testpflicht nur absehen, wenn die Inzidenz stabil unter 35 liegt. Etwa anderthalb Monate später, ab dem 11. Oktober sollen diese Tests dann nicht mehr kostenlos sein.

Kritiker sehen in der Abschaffung der Testangebote eine versteckte Impfpflicht, der Deutsche Ethikrat hat das aber klar zurückgewiesen. Der Sozialverband findet es nicht richtig, weil die kostenpflichtigen Tests erhebliche Einschränkungen für Ärmere bedeuten könnte, die sich beispielsweise vor einem Kinobesuch nicht noch einen Test leisten können.

Bremer Gastronomen: Nicht nur Inzidenz darf wichtig sein

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte hatte die Regeln am Dienstagabend begrüßt: "Es ist genau das rausgekommen, was ich für sinnvoll halte: Es gibt einen gewissen Druck und einen Anreiz, sich impfen zu lassen. Aber die Diskussion, ob man Menschen vollständig vom öffentlichen Leben ausschließt, weil sie sich entschlossen haben, sich nicht impfen zu lassen, hat sich auch nicht durchgesetzt. Das finde ich richtig", sagte er.

Der Bremer Gastronomieverband begrüßt zwar die Maßnahmen, hätte sich aber noch mehr Schritte gewünscht, zum Beispiel, dass die Inzidenz nicht mehr der alleinige Bemessungsfaktor für Pandemiemaßnahmen ist. Am Mittwoch kündigte Bremen an, neue Richtwerte entwickeln zu wollen.

Beschwerden auch von Lehrerverbänden

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Deutsche Lehrerverband haben die Beschlüsse kritisiert. Sie bemängeln das Fehlen klarer Leitlinien für Schulen. So befürchtet der Lehrerverband, dass die Schulen und Kitas auf sich allein gestellt sein könnten, sobald die Fallzahlen deutlich ansteigen. Der Verband fordert weiterhin Luftfilteranlagen für Schulen und hofft auf Impfangebote für Kinder und Jugendliche durch mobile Impfteams.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 11. August 2021, 11:40 Uhr