Bremer Senat will Menschen ohne Papiere den Gang zum Arzt erleichtern

Ein Arzt unterhält sich mit einem Patienten.
Bild: Imago | Westend61
  • Menschen ohne Papiere sollen Behandlungsscheine bekommen
  • Ohne Krankenkassen-Karte müssen sie für Arztbesuche bisher selber zahlen
  • Senat will Modellprojekt mit 1,5 Millionen Euro ausstatten

Bremen will Menschen ohne Krankenversicherung den Zugang zu Ärzten und Krankenhäusern erleichtern. Der Bremer Senat will in ein Modellprojekt für die Stadt Bremen in diesem und dem kommenden Jahr knapp 1,5 Millionen Euro investieren.

Bremen will anonyme Behandlung ermöglichen

Menschen ohne Krankenkassen-Karte können sich nach den Plänen der Bremer Landesregierung an einen neu gegründeten Verein wenden. Dessen Beschäftigte sollen den Betroffenen dann beispielsweise sogenannte Behandlungsscheine ausstellen, mit denen sie zum Arzt gehen können, ohne selbst zu bezahlen. Diese Behandlungsscheine gibt es auf Wunsch auch anonymisiert.

Unter den Nicht-Krankenversicherten sind unter anderem Wohnungslose. Darüber hinaus wendet sich das Modellprojekt an Menschen, die sich illegal in Deutschland aufhalten. Sie lehnen bisher eine medizinische Versorgung häufig ab – aus Sorge vor einer Meldung an die zuständigen Ausländerbehörden. Ursprünglich war geplant, diesen Menschen eine spezielle Gesundheitskarte auszustellen. Dies wurde jedoch aus rechtlichen Gründen verworfen.

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 10. Mai 2022, 6 Uhr