Fragen & Antworten

Wer überprüft die Corona-Test-Zentren in Bremen und Bremerhaven?

Ein Mitarbeiter sitzt in einem Corona-Schnelltest-Zentrum im Bilderberg Bellevue Hotel.
Bild: DPA | Sebastian Kahnert

Falsche Namen auf dem Zertifikat, Stäbchen berühren beim Abstrich kaum die Nase: Darüber klagen einige Bremerinnen und Bremer. Aber wer testet Bremens Tester?

Kann jeder ein Testzentrum aufmachen, und wer wird dort beschäftigt? Wer ist für die Testzentren zuständig?
Zuständig ist das Gesundheitsressort. Dieses gibt demnach Unterlagen mit den entsprechenden Anforderungen raus: "Da geht’s um die fachgerechte Lagerung von Antigen-Schnelltests, aber auch von PCR-Tests", sagt Diana Schlee aus dem Gesundheitsressort. Zudem müssen die Testzentren an Labore angebunden sein, die Zentren müssen also nachweisen, mit welchen Laboren sie zusammenarbeiten. Auch eine Anbindung an die Corona-Warn-App ist notwendig, und die Zertifikate, die das geschulte Personal bekommt, müssen vorliegen.

Wer ein Testzentrum eröffnen möchte, muss einen Gewerbeschein und ein Konzept vorlegen. Ein polizeiliches Führungszeugnis ist nicht notwendig. Täglich gehen bei der Bremer Gesundheitsbehörde 50 bis 70 Interessensbekundungen ein. Viele davon von bundesweit aktiven Testzentren-Betreibern. 
Wie wird das Personal geschult?
Durch einen Arzt oder eine Ärztin in einem etwa einstündigen Kurs. Medizinische Fachkenntnisse sind für die Durchführung von Schnelltests laut Bundesgesundheitsministerium nicht erforderlich.
Werden die Testzentren auch getestet?
Ja, anlassbezogen, auch unangekündigt. Beim Bremer Gesundheitsressort sind es beispielsweise bis zu zehn Mitarbeitende, die sich um Testzentren kümmern und diese nach einem standardisierten Verfahren überprüfen. Das Gesundheitsamt ist dann für die Hygiene-Kontrollen zuständig. Hygiene, Personalaufstellung und Einhaltung der Richtlinien – das wird vor Ort gecheckt. Lassen sich Mängel nicht umgehend beheben, muss ein Testzentrum schließen. Das ist in der Stadt Bremen bisher zwei Mal passiert.
Beispiel Stadt Bremen: Zehn Leute können bei rund 80 Testzentren natürlich nicht überall gleichzeitig sein – wie wird mit Beschwerden umgegangen?  
Es werden entsprechend Prioritäten gesetzt, wie Diana Schlee vom Bremer Gesundheitsressort sagt. Bei manchen Beschwerden spricht Schlee von persönlichen Momentaufnahmen, die ganz schwer nachzuvollziehen sind. "Wir bekommen natürlich auch Beschwerden über Testzentren von Bürgerinnen und Bürgern und geben das dann auch ans Gesundheitsamt weiter, die dann die Testzentren auch stichprobenartig kontrollieren, zum Teil in Zusammenarbeit auch mit dem Ordnungsamt. Gerade wenn mehrfach Beschwerden zu gewissen Testzentren eingehen."

Bremens Bürgermeister: "Es muss eine Testkapazität für alle geben"

Bild: Radio Bremen

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  • Mario Neumann Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 17. Januar 2022, 6:35 Uhr