Personalengpässe machen Kliniken in Bremen und der Region Probleme

Corona-Intensivstation Universitätsklinikum Essen

Ostfriesische Kliniken verschieben OPs wegen fehlendem Personal

Bild: DPA | Fabian Strauch
  • Angespannte Personallage in den Krankenhäusern in Bremen und umzu
  • Betroffen sind Kliniken in Bremen, Norden, Emden und Aurich
  • Kliniken müssen vorerst einige Operationen verschieben

Wegen der aktuellen Corona-Sommerwelle kämpfen Kliniken in Bremen und Ostfriesland mit Personalengpässen. Krankenhäuser in Bremen, Aurich, Norden und Emden schränken deshalb jetzt den Betrieb vorerst ein. Nicht dringende Operationen würden verschoben, teilten der Bremer Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno), der Klinikverbund der ostfriesischen Krankenhäuser und das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen mit.

Die Geno kann derzeit rund ein Fünftel seiner 2.500 Betten in den Krankenhäusern nicht mit Patienten belegen. Besonders stark ist das Klinikum Bremen-Mitte betroffen, dort fiel zuletzt ein Drittel aller Betten weg. 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien derzeit in Isolation, die Zahl schwanke seit Jahresbeginn zwischen 100 und 300.

Kommende Wochen mit Sorge erwartet

Ähnlich angespannt ist die Situation im Bremer Rotes Kreuz Krankenhaus. Auch dort verschärfe sich die Lage, teilte eine Sprecherin mit. Es werde an der Kapazitätsgrenze gearbeitet. An manchen Tagen sei es nicht möglich, Patienten wie geplant aufzunehmen und operieren zu können. Im St. Joseph-Stift in Schwachhausen seien derzeit 23 von 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wegen Quarantäne nicht im Dienst. Das Personal sei zudem psychisch sowie physisch stark belastet und die Situation aktuell sehr angespannt, aber noch handhabbar.

Im Klinikum Bremerhaven Reinkenheide fallen laut eines Sprechers etwa zehn Prozent der 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter derzeit aus. Die Zahl der Corona-Patientinnen und – Patienten liege bei 30 – das sei deutlich mehr als im Juli des vergangenen Jahres. Planbare Eingriffe und Behandlungen müssen zum Teil verschoben werden, die Notfallversorgung sei jedoch gesichert. Die Lage sei angespannt, die kommenden Wochen würden mit etwas Sorge erwartet, teilte der Sprecher mit.

Pflegepersonal fehlt – auch wegen Corona

Mit den verschobenen Operationen wollen die Trägergesellschaften sichergehen, dass sie Notfall-Patienten weiterhin gut versorgen können. Das habe höchste Priorität, teilte eine Sprecherin der ostfriesischen Krankenhäuser mit.

Zu den verzögerten Operationen gehören im Rotes Kreuz Krankenhaus vor allem orthopädische Eingriffe. Die Auswahl der zu verschiebenden Eingriffe geschehe aber nicht pauschal, teilte eine Sprecherin mit. "Die zuständigen Ärztinnen und Ärzte schauen sich jeden Fall vorher genau an."

Gründe für die Engpässe sind das ohnehin fehlende Pflegepersonal sowie Krankmeldungen – auch infolge der Corona-Sommerwelle. Zusätzlich gebe es aktuell mehr Corona-Patienten und es würden auch jetzt noch Operationen nachgeholt, die wegen der vorherigen Pandemielage verschoben werden mussten.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 11. Juli 2022, 7 Uhr