Ehemaliger Bremer Theaterintendant Pierwoß gestorben

Bild: DPA | Ingo Wagner

Von 1993 bis 2007 war Klaus Pierwoß Generalintendant des Bremer Theaters. Er hat Spuren in der Bremer Kulturszene hinterlassen und Maßstäbe gesetzt.

Der ehemalige Generalintendant des Bremer Theaters, Klaus Pierwoß, ist tot. Das gab der Senat am Montag bekannt. Pierwoß, der von 1994 bis 2007 das Theater leitete, verstarb demnach am Pfingstsonntag. Er wurde 79 Jahre alt.

Er hat das Theater in den 13 Jahren seiner Intendanz mit vollem Einsatz und höchst streitbar durch schwierige kulturpolitische Zeiten sicher manövriert – immer mit dem Ziel vor Augen, das Vier-Sparten-Haus in seiner Gesamtheit zu erhalten.

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Pierwoß wurde 1942 in der niedersächsischen Gemeinde Berge geboren. Nach dem Abitur studierte er Theaterwissenschaften und Germanistik. Sein erstes Theaterengagement führte ihn als Dramaturg ans Landestheater Tübingen, das er nach einem Abstecher ans Nationaltheater Mannheim als Intendant leitete, bevor er die Leitung des Schauspiels in Köln übernahm.

Pierwoß arbeitete in Bremen mit neun Kultursenatoren

Als einer der ersten westdeutschen Theatermacher ging Klaus Pierwoß 1990 in die ehemalige DDR und wurde Chefdramaturg am Maxim-Gorki-Theater. Im August 1994 wurde Klaus Pierwoß Generalintendant des Bremer Theaters. Der Theatermacher verstand  sich stets als Verfechter des Stadttheater-Prinzips und als streitbarer Partner der Politik. Nicht weniger als neun Bremer Kultursenatoren bekamen Gelegenheit, mit Pierwoß zu streiten, bevor er seine Intendanz 2007  beendete.

Die Zusammenarbeit mit ihm war mitunter herausfordernd, dafür oft inspirierend und vor allem immer fair in der Sache. Wir hier in Bremen, aber auch die Theaterwelt deutschlandweit werden Klaus Pierwoß vermissen.

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Zu seinem Abschied aus Bremen bekam er für sei "weit über das übliche Maß hinausgehendes Engagement" das Bundesverdienstkreuz, die Zeitschrift "Opernwelt" machte sein Theater zum "Opernhaus des Jahres" – er selbst wurde dessen Ehrenmitglied. Pierwoß hat Spuren in der Bremer Kulturszene hinterlassen und Maßstäbe gesetzt –  als streitbares Schwergewicht des Theaters.

Autor

  • Dirk Böhling

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Juni 2022, 19:30 Uhr