Fragen & Antworten

Ohne Test keine Kita: Was Bremer Eltern zur Testpflicht wissen müssen

Ein Junge hat einen Lollitest im Mund.
Kita-Kinder in Bremen und Bremerhaven müssen nun auch regelmäßig getestet werden. Bild: DPA | Peter Kneffel

Seit Montag muss in Bremens Kitas getestet werden. Doch noch haben nicht alle Kitas auch die geeigneten Mittel. Wir klären die wichtigsten Fragen rund ums Testen.

Was bedeutet die Testpflicht für Eltern und ihre Kita-Kinder?
Die freiwilligen Corona-Tests werden durch die "Verbindlichkeit zum Testen" zur Pflicht. Eltern, deren Kinder in eine Bremer oder Bremerhavener Kindertageseinrichtung gehen, müssen ihre Kinder regelmäßig testen oder einem Test in der Einrichtung zustimmen.
Für wen gilt die Testpflicht?
Für alle Kinder, die in eine öffentliche Kita, Krippe oder Kindertagespflegeeinrichtung gehen sowie für Hortkinder. Das sind laut Bildungsbehörde rund 23.000 Kinder im Land Bremen.
Gibt es Ausnahmen?
Ausnahmen gibt es im Moment nicht, so Maike Wiedwald, Sprecherin der Bildungebehörde. "Sollte ein Kind trotz Einwilligung der Eltern den Test in der Kita verweigern, wird jedoch kein Kind unter Zwang getestet", sagte Wiedwald weiter.
Wie oft müssen Kinder getestet werden?
Mindestens dreimal in der Woche. Genaue Testtage sind nicht vorgegeben.
Wer testet die Kinder?
Das kann jede Kita-Einrichtung selbstständig entscheiden. Sollten die Kinder zu Hause getestet werden, müssen die Eltern der Kita mündlich oder schriftlich versichern, diesen Test mit einem negativen Ergebnis durchgeführt zu haben. Andernfalls müssen die Eltern einem Test in der Einrichtung zustimmen. Dafür stellt das Land Bremen sogenannte Lollitests zur Verfügung.

Zwei große Träger, die städtische Kita Bremen und die Einrichtungen der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) sowie die Familienservice Gruppe (PME) wollen die Tests in den Einrichtungen durchführen. Auch einige kleine Träger führen weiterhin PCR-Lolli-Tests vor Ort durch, so die Sprecherin der Senatorin für Kinder und Bildung. Es gibt aber auch Träger, wo die Eltern weiterhin zu Hause testen können.

In einer Mitteilung vom Bremerhavener Magistrat heißt es, dass die Testung der Kita-Kinder zuhause stattfinden muss.
Welche Tests werden im Land Bremen verwendet?
In Bremen kommen sogenannte Lolli-Tests unterschiedlicher Marken zum Einsatz. Die Antigen-Schnelltests sollen die herkömmlichen Nasenabstrich-Tests Stück für Stück ersetzen. "Die Lolli-Tests sind in der Handhabung für Kinder viel angenehmer als Nasenabstrich-Tests", begründet Wiedwald vom Bildungsressort die Entscheidung für Lollitests in Bremen.
Ab wann gilt die Kita-Kinder-Testpflicht?
Ab Montag, den 24. Januar, heißt es auf der Seite der Bildungsbehörde. Momentan werden aber noch die letzten Tests ausgeliefert. Wenn die von der Stadt finanzierten kindgerechten Tests in den Einrichtungen angekommen sind, beginnt die Testpflicht, heißt es auf Nachfrage von buten un binnen.
Was bedeutet ein positiver Test in der Kita für das getestete Kind?
Bei einem positiven Test in der Kita muss das positiv-getestete Kind von den Eltern abgeholt werden. Der Schnelltest sollte durch einen PCR-Test überprüft werden. Sollte das Ergebnis ebenfalls positiv sein, muss das Kind in eine mindestens siebentägige Quarantäne. Bei einem negativen Ergebnis darf das Kind wieder in die Kita. Nach den sieben Tagen Quarantäne kann das infizierte Kind freigetestet werden – wenn es keine Corona-Symptome hat. Für den Freitest genügt ein Schnelltest eines offiziellen Testzentrums. Auch bei einem positiven Schnelltest zu Hause muss die Kita informiert werden und das Kind darf nicht in die Einrichtung gebracht werden.
Was bedeutet ein positiver Test für die Kita-Gruppe?
Sobald die Infektion eines Kita-Kindes bestätigt ist, müssen alle ungeimpften Kinder aus der Gruppe oder Kohorte, die mit dem positiv getesteten Kind bis zu zwei Tage vor dem Test oder auftretenden Symptomen in Kontakt waren, für fünf Tage in häusliche Isolation. Eltern sollten die ungeimpften Kontaktkinder dann weiter regelmäßig testen und die Symptome beobachten. Nach dem fünften Tag kann das Kind mit einem negativen Test wieder in die Kita kommen.
Für geimpfte und genesene Kontaktkinder gilt diese Kontaktquarantäne nicht.
Wie kommt die Testpflicht bei den Beschäftigten an?
Viele hatten sich die Testpflicht schon gewünscht, sagte der Kita-Personalratsvorsitzende Tore Christians. "Die entstandene Mehrarbeit hätten wir auch, wenn wir erkrankte Kinder haben. So haben wir aber auch mehr Sicherheit für die Kinder, die Eltern und auch unsere Mitarbeitenden." Dem stimmt Carsten Schlepper aus der Leitung des Landesverbands evangelischer Kindertageseinrichtungen zu. "Wir testen wenn möglich in der Kita", erklärt Schlepper. "Es ist wirklich gut, dann haben die Eltern auch weniger Mühe und wir ein bisschen mehr Kontrolle." In rund einem Drittel der Einrichtungen gebe es jeden Tag positive Fälle. Die verpflichtenden Tests sind ein positives Signal.
Wie kommt die Testpflicht bei den Eltern an?
Die Zentralelternvertretung Bremen (ZEV Bremen) befürwortet die Kita-Testpflicht, da aktuell viele Kita-Kinder in Quarantäne sind. Mit der Testpflicht könnten mehr Eltern erreicht und das Risiko eine Corona-Ansteckung vermindert werden. Durch positive Fälle in den Gruppen müssten viele Kinder in Quarantäne und können sich erst nach frühestens sieben Tagen freitesten. "Eine möglichst konstante Teilhabe an frühkindlicher Bildung ist für Kinder wichtig, auch wenn wie aktuell eine große Anzahl Menschen infiziert ist", so die ZEV zu buten un binnen.
Und wie oft werden die Beschäftigten in der Kita getestet?
Das hängt vom individuellen Impftstatus der Kita-Beschäftigten ab. Auch geboosterte oder vollständig geimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen sich laut Senatorin für Kinder und Bildung regelmäßig testen. Eine Testpflicht gibt es hier aber nicht.

Träger finden Testpflicht für Bremer Kita-Kinder dringend notwendig

Bild: Radio Bremen

Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 19. Januar 2022, 19:30 Uhr