Ermittler durchsuchen offenbar russische Luxusjacht "Dilbar"

Ermittler durchsuchen Mega-Yacht "Dilbar" in Berne

Bild: Nonstopnews
  • Die Jacht liegt bei der Lürssen-Werft in Berne.
  • Ihr Besitzer ist vermutlich der russische Multimilliardär Alischer Usmanow.
  • Bei den aktuellen Durchsuchungen geht es offenbar um den Verdacht der Steuerhinterziehung.

Ermittler durchsuchen in Berne in der Nähe von Bremen gerade offenbar die wegen Sanktionen festgesetzte russische Luxusjacht "Dilbar". Bei den Untersuchungen geht es wohl um den Verdacht der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche. Auch beruhe der Einsatz auf einem Rechtshilfeersuchen des US-Justizministeriums, erklärte die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft.

Geldwäsche und Steuerhinterziehung?

Die Behörden werfen dem mutmaßlichen Besitzer der Jacht, dem russischen Oligarchen und Multimilliardär Alischer Usmanow, vor, über ein Firmen-Netzwerk in Steuerparadiesen mehrstellige Millionenbeträge verschoben zu haben. Es bestehe der Verdacht, dass das Geld aus Straftaten, vor allem aus Steuerhinterziehungsdelikten, stamme, hieß es in der Erklärung der Generalstaatsanwaltschaft und des BKA.

Bei den Durchsuchungen solle nun laut NDR-Informationen festgestellt werden, wie oft und wann er sich im Laufe der Zeit auf der Jacht aufgehalten habe. Es sind mehr als 60 Beamte der Generalstaatsanwaltschaft, des Bundeskriminalamts. Auch Marinesoldaten begleiteten die Aktion, um mögliche Verstecke auf dem Schiff besser zu finden.

Rückblick: Beschlagnahmte Oligarchen-Jacht "Dilbar" unterwegs nach Bremen

Bild: Radio Bremen

Usmanow widerspricht Anschuldigungen

In der vergangenen Woche hatten die Behörden bereits Anwesen am Tegernsee in Bayern durchsucht, die ebenfalls Usmanow gehören sollen. Ein Sprecher von Usmanow hatte die Vorwürfe damals zurückgewiesen. "Diese Nachforschungen haben den Charakter politischer Verfolgung", hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Gegen Usmanow würden "grundlose und verleumderische Anschuldigungen gemacht", obwohl er stets auf die Integrität und Transparenz seines Vermögens und bei Steuerzahlungen auf Gründlichkeit und Genauigkeit geachtet habe.

Die Staatsanwaltschaft stütze sich auf falsche Angaben und gefälschte Dokumente von Opportunisten und Erpressern. Er habe nie versucht, Sanktionen zu umgehen. In der Stellungnahme hieß es, das Haus am Tegernsee gehöre nicht ihm, sondern einer Familien-Treuhand, von der er es zum Marktpreis gemietet habe. Usmanow sei in Deutschland nie steuerpflichtig gewesen.

Milliardär soll Putin-Vertrauter sein

Der Milliardär steht auf einer EU-Sanktionsliste wegen des Kriegs in der Ukraine, da er Putin nahestehen soll. Er hat mit einem Firmenimperium vor allem in der Metall- und Stahlindustrie ein Vermögen gemacht. 2018 hat er seinen Anteil am englischen Fußballclub Arsenal London für rund 600 Millionen Euro verkauft.

Die Jacht "Dilbar" liegt bei der Lürssen-Werft in Lemwerder.

Ermittler durchsuchen offenbar russische Luxusjacht "Dilbar"

Bild: Radio Bremen | Torsten Harms

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Dieses Thema im Programm: Nachrichten, Bremen Zwei, 27. September 2022, 12 Uhr