Bundesanwaltschaft klagt Bremerin als mutmaßliche IS-Rückkehrerin an

"Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof" steht auf einem Schild am Eingang zum Gebäude der Bundesanwaltschaft.
Bild: DPA | Christoph Schmidt
  • Generalbundesanwalt wirft der Frau unter anderem Beihilfe zu Völkermord vor
  • Frau sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft
  • Jalda A. soll nacheinander mit drei IS-Kämpfern verheiratet gewesen sein

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe erhebt nach Informationen von buten un binnen Anklage gegen eine mutmaßliche IS-Rückkehrerin aus Bremen. Die Frau – Jalda A. – wurde bei ihrer Rückkehr nach Deutschland im vergangenen Oktober festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft wirft der Frau unter anderem Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Beihilfe zu Kriegsverbrechen und Beihilfe zu Völkermord vor.

Laut Anklageschrift ist Jalda A. im April 2014 über die Türkei nach Syrien gereist, um sich dort dem IS anzuschließen. A. soll in Syrien einen IS-Kämpfer geheiratet haben, der gemeinsam mit anderen IS-Kämpfern ein Haus von vor dem IS geflohenen Menschen gestürmt haben soll, um selbst darin zu wohnen. A. soll den Überfall beobachtet haben. Anschließend soll sie den Haushalt geführt haben. Laut Anklage, habe A. ihrem Mann auf diese Weise Tätigkeiten für den IS ermöglicht.

In der Folge soll A. mit zwei weiteren IS-Kämpfern verheiratet gewesen sein. Ihr dritter Ehemann soll eine jesidische Frau als Sklavin gehalten haben, die er regelmäßig vergewaltigt haben soll. Auch Jalda A. habe die Gefangene laut Anklage nahezu täglich misshandelt. Außerdem soll sie gemeinsam mit ihrem Mann die Gefangene zur Hausarbeit und Kinderversorgung gezwungen und ihre Flucht verhindert haben. Dies alles soll dem erklärten Ziel gedient haben, den jesidischen Glauben zu vernichten.

Behörden ermitteln gegen Bremer IS-Rückkehrerin

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 12. April 2022, 13 Uhr