Braucht Bremens Innenstadt einen Landeplatz für Zeppeline?

Rund 100 Experten haben tagelang überlegt, wohin sich die Bremer Innenstadt in Zukunft entwickeln sollte. Hier sind fünf realistische, aber auch skurrile Ideen.

Der Rathausplatz in Bremen.

1 Ein Zeppelin über Bremen

Ein Landeplatz für einen Zeppelin, und zwar auf dem ehemaligen Parkhaus Mitte. Das ist eine Idee, um die Innenstadt für Besucher attraktiver zu machen. Freies Denken und Spinnen war auf dem Ideenwettbewerb ausdrücklich erlaubt. Hinter der Idee mit dem Luftschiff steckt der Gedanke, die Bremer Innenstadt von oben zu erleben.

2 Über Brücken von Dach zu Dach

Der Blick von oben auf Bremen, den Ansatz verfolgte auch eine andere Gruppe. Sie würde die Dächer der Innenstadtgebäude begrünen oder auf ihnen Spielplätze bauen. Von dort hätten die Bremer und Touristen einen schönen Ausblick auf Bremen. Ein nächster Schritt wäre dann Brücken und Stege zwischen den einzelnen Dächern zu ziehen. So könnten die Menschen nicht nur in den Straßen flanieren, sondern auch über die Dächer der Innenstadt wandeln.

3 Unterirdisches Kongresszentrum

Ein weiterer Vorschlag: Mit dem Parkhaus Mitte sollte man auch gleich den Kaufhof abreißen. Und stattdessen dort einen Art Hügel aufschütten, den begrünen, und darunter ein unterirdisches Kongresszentrum bauen. Das schafft einen Park mitten in der Stadt, und eine Begegnungsstätte für viele Menschen darunter.

4 Mehr junge Leute in die Innenstadt

Neben eher ungewöhnlichen Ideen, gaben die Experten Bremen aber auch ganz praktische Tipps, wie Bremen seine Innenstadt weiter entwickeln sollte. Alle Experten waren sich einig, dass die Bremer Innenstadt für junge Leute attraktiver werden muss. Durch wissenschaftliche Einrichtungen zum Beispiel würden mehr junge Leute in die Innenstadt gelockt. Dadurch könnte die Idee eines Wirtschaftsprofessors von der Universität Bremen neuen Schwung bekommen. Er würde gerne die Wirtschaftswissenschaften der Uni und der Hochschule Bremen in die Innenstadt holen und auf dem verkauften Sparkassenareal am Brill unterbringen.

5 Flanieren vom Wall bis zur Weser

Dass die Innenstadt mehr schöne Wege zum Flanieren braucht, das haben Bremer Politiker und Investoren schon länger erkannt. Die Experten bestätigten ihnen den Trend. Eine Innenstadt muss mehr bieten als nur Einzelhandel und Büroflächen. Menschen wollen flanieren, Kaffee trinken, Essen gehen und sich auch mal auf einem schönen Platz umsonst aufhalten können. Bremen brauche mehr hübsche Gassen, die die Menschen vom Wall bis zur Weser leiten. Das heißt auch, dass der Autoverkehr weiter reduziert und mehr öffentliche Plätze geschaffen werden müssten. Für Bausenator Joachim Lohse schon lange ein Ziel: "Am besten läuft der Handel da, wo Menschen und nicht Autos vor den Geschäften sind." Die Sögestraße sei das beste Beispiel dafür.

Bausenator Lohse und Wirtschaftssenator Martin Günthner wollen nun zusammen mit Investoren, die derzeit in Bremen aktiv sind, die Ideen der Experten auswerten und eventuell gemeinsam umsetzen.

  • Heike Zeigler

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten 14. September 2018, 20 Uhr