Wegen des Ukraine-Krieges drohen Containerstaus im Bremerhavener Hafen

Ein Containerschiff liegt am Containerterminal in Bremerhaven.

Wegen des Ukraine-Krieges drohen Containerstaus im Bremerhavener Hafen

Bild: Imago | Panthermedia
  • Großreedereien haben fast alle Russland-Transporte gestoppt
  • Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe rechnet mit vollen Kajen
  • Verband fordert klare Anweisungen vom Bund

Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe rechnet mit einem Containerstau in den norddeutschen Häfen. Grund dafür ist, dass durch den Krieg in der Ukraine kaum noch Container nach Russland transportiert werden. In den nächsten zwei Wochen würden die Kajen daher mit Containern volllaufen, sagte Lutz Könner, Geschäftsführer des Zentralverbands. Auch Autos würden sich in den Häfen stauen, weil sie nicht nach Russland weiterverschifft werden. Großreedereien wie Maersk und MSC haben inzwischen fast alle Russland-Transporte wegen des Kriegs vorsorglich gestoppt.

Reeder und Spediteure sind laut Verband der Seehafenbetriebe verunsichert. Denn es gebe noch kein grundsätzliches Transportverbot für Waren von und nach Russland. Der Bund müsse konkret benennen, was noch in Ordnung ist und was nicht. Bislang sei nur klar, dass beispielsweise Erdöl sowie Luft- und Raumfahrttechnik nicht mehr von oder nach Russland transportiert werden darf. Das Bremer Hafenunternehmen Eurogate, das unter anderem ein Terminal in Bremerhaven betreibt, teilte mit, es sei noch nicht abzusehen, wie viele Transporte durch die Sanktionen wegfallen.

Die Bremer Logistics Group, die ebenfalls einen Standort in Bremerhaven hat, geht hingegen nicht von nennenswerten Staus aus. "Wir haben die Automobilhersteller bereits zum Wochenanfang informiert, dass sie keine Fahrzeuge in Bremerhaven lagern können", sagte BLG-Sprecherin Stefanie Effner zu buten un binnen. Sie betonte, das Logistikunternehmen halte sich strikt an die Sanktionen und nehme entsprechend klassifizierte Fracht für den Weitertransport nach Russland nicht mehr an.

Fahrzeuge oder Waren, die zur Zeit auf Seeschiffen unterwegs in die Bremischen Häfen sind, werden nur angenommen, wenn eine direkte Weiterverladung in nicht sanktionierte Häfen vorgesehen ist.

BLG-Sprecherin Stefanie Effner zu buten un binnen

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 4. März 2022, 19 Uhr