Blutgerinnsel: Impfstoff von Johnson und Johnson eingeschränkt

  • Impfstoff sollte nur an ältere Menschen verimpft werden
  • Bund und Länder passen Zielgruppe nach Zwischenfällen an
  • In Bremen ist Johnson und Johnson kaum im Einsatz
Hände halten Impfstoff von Johnson & Johnson
Dieser Impfstoff von Johnson und Johnson wird in Bremen nur selten verwendet. Bild: DPA | Robin Utrecht

Der Corona-Impfstoff von Johnson and Johnson soll nur noch Menschen verabreicht werden, die älter als 60 Jahre sind. Das empfehlen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern. Wollen sich Jüngere mit dem Mittel von Johnson and Johnson impfen lassen, müssen sie vorher Rücksprache mit ihrem Arzt halten. Die Priorisierung für diesen Impfstoff wird in Arztpraxen und bei Betriebsärzten aufgehoben. Hintergrund der Entscheidung dürften seltene Fälle von Blutgerinnseln bei Geimpften sein.

In Bremen kaum im Einsatz

In Bremen ist Johnson und Johnson nur in geringem Maße im Einsatz. Die Stadt hat bisher insgesamt nur 7.200 Dosen erhalten. "Das ist verschwindend gering", sagte der Sprecher des Gesundheitsressorts zu buten un binnen. Zudem sei der Start in Bremen schwierig gewesen.

Ursprünglich war geplant, das Mittel gezielt in benachteiligten Stadtteilen sowie beispielsweise in Flüchtlingsheimen oder Frauenhäusern einzusetzen, weil bei diesem Stoff keine zweite Impfung nötig ist. Allerdings kam der Impfstoff später als zugesagt, sodass man in diesen Bereichen andere Mittel einsetzen musste. Inzwischen ist der Impfstoff von Johnson und Johnson aber im Einsatz, beispielsweise in der Obdachlosenhilfe.

Arzneimittelbehörde: Nutzen überwiegt Risiken

Dänemark hatte das Mittel des US-Pharmakonzerns Anfang den Monats aus dem dänischen Impfprogramm gestrichen. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte vergangenen Monat entschieden, trotz der Berichte über Blutgerinnsel grundsätzlich an ihrer positiven Risikobewertung des Corona-Impfstoffs von Johnson and Johnson festzuhalten. Es gebe zwar "eine mögliche Verbindung" zwischen dem Vakzin und dem vereinzelten Auftreten von Blutgerinnseln, erklärte die EMA. Der Nutzen des Impfstoffes überwiege aber die Risiken.

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Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 10. Mai 2021, 11 Uhr