Kaffee bei Paddy: Schlägt hier das Herz von Bremerhaven-Lehe?

Auf einen Kaffee zu Paddy: In diesem Kiosk schlägt das Herz von Lehe

Bild: Radio Bremen

Das Image ist schlecht. Viele Anwohner aber lieben ihren Stadtteil. Im Kiosk von Patrick Schimmelpfennig kann man den Geist erleben. Und auch Paddy liebt seine "Rentner-Gang".

Als Patrick Schimmelpfennig vor zwei Jahren den Kiosk in Bremerhaven-Lehe eröffnete, war das erst mal eine Notlösung. Der gelernte Heizungsbauer hat nämlich das Fingerkuppen-Ekzem. Ihm platzen die Fingerkuppen auf, sodass er ständig offene Finger gehabt habe, sagt er. "Ich hatte überall Pflaster." Vieles war wegen der Schmerzen nicht mehr möglich gewesen.

Über kurz oder lang wäre ich berufsunfähig geworden, und dieser Kiosk war frei – da hab ich gesagt komm', ich setze jetzt alles auf eine Karte.

Patrick Schimmelpfennig, Kiosk-Betreiber in Lehe
Leben am Kiosk in Bremerhaven-Lehe, Interview mit dem Kiosk-Betreiber
Kiosk-Betriber Patrick Schimmelpfennig liebt seinen Stadtteil. Bild: Radio Bremen

Mittlerweile kennt Patrick Schimmelpfennig, der von allen nur Paddy genannt wird, die meisten seiner Kunden beim Namen. Denn: Sein Kiosk ist zum täglichen Treffpunkt in der Nachbarschaft geworden. "Das ist bei Paddy das Schöne", sagt ein Stammgast, "dass man sich hier wie an einem Stammtisch trifft und sich über Gott und die Welt unterhalten kann."

Auch andere Gäste sind von dem Kiosk und seinem Eigentümer begeistert. "Wir kennen uns alle untereinander. Wir brauchen nicht Sie zu sagen, wir reden uns alle mit Du an", erzählt Dieter. Auch Stammkunde Ede sagt nur Positives über Patrick Schimmelpfennig: "Bei Idioten würde ich nicht verkehren. Kaffee ist in Ordnung, sein Bier schmeckt und die Zeitung ist gut."

Café-Öffnung im Lockdown

Leben am Kiosk in Bremerhaven-Lehe
Gäste im Kiosk von Patrick Schimmelpfennig. Bild: Radio Bremen

Seine Stammgäste nennt Patrick "Paddy" Schimmelpfenning liebevoll seine "Rentner-Gang". Ihnen ist er sehr dankbar, weil sie ihn von Anfang an trotz Pandemie unterstützt hätten. "Ich habe im ersten Lockdown aufgemacht. Ich konnte noch keine Stehtische, keine Sitzgelegenheiten rausstellen – durfte ich ja noch alles nicht. Jeden Morgen um halb zehn waren sie hier. Haben ihren Kaffee geholt, ihre Bildzeitung geholt, haben sich vor der Tür ins Auto gesetzt." Die Menschen, die in Lehe wohnen, seien einfach toll. Nicht versnobt – eher lustig und locker.

"Es ist nicht eintönig, hier ist immer was los. Es macht Spaß in Lehe zu wohnen. Ich bin in Lehe großgeworden und ich werde auch hier nie weg kommen, sagen wir mal so. Also ich liebe Lehe.

Patrick Schimmelpfennig, Kiosk-Betreiber in Lehe

Autorin

  • Anna-Lena Borchert Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 2. August 2022, 19:30 Uhr