Darum gibt es unterschiedliche Hospitalisierungsinzidenzen für Bremen

Der Eingang zur Covid-19-Intensivstation
Bild: DPA | Jan Woitas
  • Bundesweite Maßnahmen werden an Hospitalisierungsinzidenz gekoppelt
  • RKI und Bremen errechnen unterschiedliche Werte
  • Welche Zahl maßgeblich wird, ist noch unklar

Was in Bremen längst Praxis ist, soll kommende Woche auch bundesweit gelten: Die Auslastung der Krankenhäuser wird zum Maßstab für verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen und Beschränkungen. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sagte, er rechne damit, dass bereits kommende Woche die vereinbarten 2G-Regeln in Bremen gelten.

Doch noch ist unklar, welcher Wert für das bundesweite Stufenmodell ausschlaggebend ist. Denn die Bremer Gesundheitsbehörde und das Robert Koch-Institut (RKI) berechnen die Hospitalisierungsraten unterschiedlich – mit deutlich abweichenden Ergebnissen.

Grund für die Aufnahme ist für Bremen entscheidend

Zustande kommen die Unterschiede durch den unterschiedlich bewerteten Aufnahmegrund der jeweiligen Patientinnen und Patienten. Während das Gesundheitsressort eigenen Angaben zufolge nur solche Fälle in die Rechnung aufnimmt, in denen Menschen wegen Covid19 ins Krankenhaus kommen, verzeichnet das RKI alle Patientinnen und Patienten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden – egal, warum sie in die Klinik eingeliefert worden sind und ob sie Symptome zeigen. "Es ergeben sich demnach andere Schwerpunkte in der Betrachtung der Situation", sagte Lukas Fuhrmann, Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts, zu buten un binnen.

Mit unserem Indikator können wir das Infektions- und Krankheitsgeschehen in Bremen messen. Zur Beurteilung der Lage in den Kliniken müssen andere Indikatoren herangezogen werden.

Lukas Fuhrmann, Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts

Die Werte vom Bremer Gesundheitsressort, die aktuell für das Warnstufenmodell des Landes maßgeblich sind, und der des RKI unterscheiden sich deutlich. Das Gesundheitsressort gab die Hospitalisierungsraten am Freitag mit 2,12 für Bremen und 1,76 für Bremerhaven an. Beide liegen damit unter der wichtigen Schwelle von 3, ab der flächendeckend die 2G-Regelung gilt. Das RKI gibt für das gesamte Bundesland einen deutlich höheren Wert von 4,56 an.

Bei der Bundes-Notbremse war das RKI ausschlaggebend

Noch bei der Bundes-Notbremse galten die aus den Infektionszahlen resultierenden Sieben-Tage-Inzidenzen als Maßstab für die Verschärfung von Corona-Maßnahmen. Damals entschied sich Bremen, sich auf den Wert des RKI zu stützen. Jetzt stellt der Bund auf die Hospitalisierungsinzidenz um, also die Zahl der Menschen, die in den vergangenen sieben Tagen in Kliniken eingeliefert wurden. Wie es dieses Mal gehandhabt wird, wird laut Gesundheitsressort noch abgestimmt. "Das steht noch nicht fest", sagte Ressortsprecher Fuhrmann.

Neues Infektionsschutzgesetz: Darauf muss Bremen sich einstellen

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 19. November 2021, 9 Uhr